Arbeitsgruppe Lehrevaluation, Lehre Qualität, Evaluation. Ein angewandtes Konzept.

Konzept

Ziele

- Verbesserung der Qualität der Lehre durch ein besonderes, angewandtes Konzept von Evaluierungsmethoden
- Erstellung eines Leitfadens für die Entwicklung von Studienplänen/Curricula.

Kurzzusammenfassung

Folgende Verfahren wurden bislang von der Arbeitsgruppe als adäquat erachtet und sollen den Lehrenden in geeigneter Form vermittelt bzw. zur Verfügung gestellt werden:

1. Fragebögen
Im Rahmen eines Online-Tools stehen mehrere, nach inhaltlichen und formalen Kriterien differenzierte Standardfragebögen zum Zweck einer quantitativ ausgerichteten und mit qualitativen Elementen erweiterten Evaluation durch die Studierenden zur Verfügung. Jeder Standardfragebogen kann entsprechend dem individuellen Bedarf und bezogen auf die jeweilig zu evaluierende Lehrveranstaltung modifiziert und erweitert werden.
Lehrende können Standardfragebögen durch das Formulieren angestrebter Lernergebnisse und das Herstellen von Bezügen zu Zielsetzungen der Angewandten weiter individualisieren. Die Auswertung der ausgewählten Fragen (z.B. „Die Lehrveranstaltung war für mein aktuelles Studienniveau gut geeignet.“) sowie eine Auflistung der Antworten auf offen formulierte Fragen (z.B. „Qualitäten in der Lehre von Person XY:“) erfolgt durch die Abteilung Universitäts- und Qualitätsentwicklung. Damit ist auch die Anonymität der Studierenden gewährleistet. Das Ergebnis wird ausschließlich dem/der Lehrenden persönlich zur Verfügung gestellt. Neben diesem Angebot können bei Bedarf auch neue Standardfragebögen entsprechend den spezifischen Erfordernissen bestimmter Lehrveranstaltungen entwickelt werden. Dabei werden die Abteilung Universitäts- und Qualitätsentwicklung und die AG Lehrevaluation in Abstimmung mit den betreffenden Lehrenden die Qualität der Fragebögen gewährleisten.

2. Qualitatives Feedback durch die Studierenden
Es gibt verschiedene Verfahren zur Einholung von qualitativen Studierendenfeedbacks, die von den Lehrenden selbst durchgeführt werden können. Hierfür werden gut nachvollziehbare schriftliche Anleitungen zur Verfügung gestellt und bei Bedarf auch Workshops angeboten.
Ein Studierendenfeedback kann beispielsweise so aussehen: Am Ende der Lehrveranstaltung erhalten die Teilnehmer/innen je einen Bogen mit offenen Fragen, die auf konkrete Aspekte der Lehrveranstaltung zielen:

  • Was war hilfreich, förderlich, „was hat mir gefallen“? 
  • Was hat mir gefehlt?
  • Was nehme ich mir mit?

Die Teilnehmer/innen beantworten die Fragen schriftlich, jede/r für sich, die Bögen bleiben anonym und werden eingesammelt. Die/der Lehrende schreibt alle Antworten auf einen Bogen ab und stellt sich auf ihrer Grundlage folgende Fragen:

  • Worin sehe ich mich bestärkt, was soll beibehalten werden? 
  • Was soll anders gemacht/weiter entwickelt werden und wie? 
  • Was freut mich besonders?

Die/der Lehrende fügt die eigenen Antworten auf diese Fragen den Antworten der Studierenden hinzu und stellt das Gesamtergebnis den Studierenden zur Verfügung. Bei Bedarf kann sich daran ein Gespräch anschließen.

3. Feedback durch Kolleg/inn/en („Critical Friends“)
Dieses gleichfalls qualitative Verfahren besteht darin, eine/n oder mehrere selbst ausgewählte Kolleg/inn/en für einen verabredeten Zeitraum zur eigenen Lehrveranstaltung hinzu zu ziehen. Diese kritischen Freunde und Freundinnen beobachten die Lehrsituation unter Gesichtspunkten und Fragestellungen, die der/die Lehrende zuvor mit ihnen vereinbart hat. In einem persönlichen Gespräch teilen die „Critical Friends“ der/dem Lehrenden ihre Beobachtungen mit. Voraussetzung zur Anwendung dieses Verfahrens ist eine entsprechende Anleitung der Beobachter/innen in einem Workshop, sofern nicht auf einschlägige Erfahrungen zurückgegriffen werden kann. Die genannten Evaluationsverfahren stehen allen Leiter/innen von Lehrveranstaltungen zur Verfügung. Optional können sie auch von den Mitwirkenden an den Lehrveranstaltungen des Format 2 – abgestimmt auf ihren persönlichen Beitrag - verwendet werden.

4. Peer Review
Für die Evaluation von Lehrveranstaltungen des Format 2 reichen die oben genannten Verfahren nicht aus, da die Lehrveranstaltungen des Format 2 wesentlich komplexer aufgebaut und organisiert sind: Es ist eine größere und wechselnde Anzahl von Lehrpersonen beteiligt, die ihre Funktion als Lehrende in unterschiedlichen Formen wahrnehmen, mit unterschiedlichem Entscheidungsspielraum und Verantwortungsbereich. Dieses Zusammenspiel auf Stärken und Schwächen hin zu untersuchen, ist für eine langfristige Qualitätsentwicklung der Lehre unabdingbar. Die Evaluation dieses Lehrveranstaltungsformats muss der Vielschichtigkeit eines solchen komplexen Systems methodisch gerecht werden. Erforderlich ist eine systemische Analyse, welche die Organisationsstruktur, Kommunikations- und Entscheidungsflüsse etc. in ihrer Gesamtheit beleuchtet.
Ein sinnvolles Verfahren für eine solche systemische Analyse ist das Peer Review, d.h. die Untersuchung der Gesamtstruktur einer Lehrveranstaltung durch ausgewählte, außerhalb der Angewandten tätige Kolleg/inn/en, mit denen die zu untersuchenden Fragen im Vorfeld eingehend abzustimmen sind. Es ist anzustreben, dass jede Lehrveranstaltungen des Format 2 im Abstand von etwa 5 – 6 Jahren ein Peer Review durchführt. Die Verantwortung hierfür liegt bei den Leiter/innen der Lehrveranstaltung.