TAP – Teaching Analysis Poll – ist eine Form der Zwischenevaluierung von Lehrveranstaltungen

Konzept

Ziele

Ziel von TAP ist es, Lehrenden Unterstützung bei der Lehrveranstaltungsevaluierung zu bieten und eine Art der Zwischenevaluierung durchzuführen, die den Lehrenden die Möglichkeit bietet, noch im laufenden Semester auf die Rückmeldungen der Studierenden einzugehen. Übergeordnetes Ziel ist, das Angebot an Evaluierungsinstrumenten an der Karl-Franzens-Universität Graz auszuweiten und neben einem standardisierten Online-Evaluierungsinstrument (GEKo) auch ein offenes, qualitatives Instrument zur Verfügung zu stellen.

Beschreibung

TAP ist ein Evaluierungsinstrument für interessierte Lehrende, die Mitte des Semesters erfahren möchten, wie Studierende ihre Lernprozesse wahrnehmen und was verändert werden könnte, um das Lernen der Studierenden zu optimieren. Mitarbeitende des Bereichs QS/QE sind diejenigen, die unter Abwesenheit der Lehrperson TAP am Anfang oder Ende einer Lehrveranstaltungseinheit durchführen. In Kleingruppen sind die Studierenden aufgefordert, drei Fragen zu beantworten und die Diskussionsergebnisse stichwortartig auf einer Vorlage festzuhalten. Diese Fragen lauten: Wodurch lernen Sie in dieser Lehrveranstaltung am meisten? Was erschwert Ihr Lernen in dieser Lehrveranstaltung? Was kann dazu beitragen, Ihr Lernen in dieser Lehrveranstaltung zu verbessern? Nach wenigen Minuten in der Gruppe werden die Nennungen im Plenum gesammelt und pro Frage drei bis maximal fünf mehrheitsfähige Punkte extrahiert. Im Anschluss an die Zwischenevaluierung werden die Ergebnisse schriftlich aufbereitet und mit der Lehrperson besprochen. In der darauffolgenden Einheit sind die Lehrenden aufgefordert, auf die Rückmeldungen einzugehen und mit den Studierenden zu besprechen, inwiefern sie umgesetzt werden.

Sowohl Studierende als auch Lehrende profitieren von TAP: Da TAP auf Wunsch der Lehrenden durchgeführt wird, wird den Studierenden Interesse an ihrer Wahrnehmung der Lehrqualität und der Lernbedingungen signalisiert. Lehrenden wiederum wird durch das Feedback das Engagement der Studierenden deutlich.

TAP ist ein an der Universität Bielefeld etabliertes Instrument, bei dem Mitarbeitende des Bereichs QS als Sprachrohr der Studierenden fungieren. Der Bielefelder Arbeitsbereich Lehren und Lernen, der für Qualitätssicherung und -entwicklung der Lehre in vielen Aspekten Vorbild ist, hat sich für die Einführung von TAP selbst beim Team des Teaching Resource Centers der University of Virginia (USA) Anleitungen und Hilfestellungen geholt. Auf Basis der auf der Bielefelder Homepage zur Verfügung gestellten Informationen und einem Aufsatz der Bielefelder Mitarbeiterinnen (Frank et al. 2011) wurde TAP im SS 2013 in sechs ausgewählten Lehrveranstaltungen an der Universität Graz erprobt.

Die Erfahrungen dieser Pilotphase flossen ebenso wie ein Austausch mit Andrea Frank aus Bielefeld in die Überarbeitung des Prozessablaufes ein und so wird nun ein an die Verhältnisse in Graz angepasstes TAP getestet. Vorteile & Ziele von TAP sind, dass sich Studierende als verantwortliche und gestaltende Akteurinnen und Akteure der Lehrveranstaltung erleben, da sie um ihre Meinung gefragt werden. TAP fördert den Austausch über Lehr- und Lernprozesse und stärkt dadurch die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden. Zudem tauschen sich die Studierenden untereinander aus. Dadurch gewinnt die Rückmeldung Substanz: Es geht darum, das eigene Lernen in den Blick zu nehmen und nicht darum, Befindlichkeiten zu beschreiben.

Vorteil ist auch, dass die Studierenden ihre Rückmeldung im laufenden Semester geben, sodass Veränderungsvorschläge direkt umgesetzt werden können. Auch das signalisiert Studierenden den hohen Stellenwert, den Lehre für die Lehrperson hat. Für Lehrpersonen bietet TAP den Vorteil, dass sie das Feedback der Studierenden mit ihren Lehrzielen abgleichen und so abschätzen können, inwiefern die Lehrveranstaltungsziele erreicht werden (können). TAP bietet den Lehrenden die Gelegenheit die Evaluierungsergebnisse in Ruhe zu reflektieren und über Veränderungen nachzudenken.