GEKo – Grazer Evaluationsmodell des Kompetenzerwerbs

Konzept

Ziele

GEKo ist als Diagnose- und Feedbackinstrument für Lehrende konzipiert, die aufgrund von studentischen Rückmeldungen ihre Lehrveranstaltungen sowohl in den Bereichen des studentischen Kompetenzerwerbs als auch bei den Rahmenbedingungen des Lernens und Lehrens verbessern wollen.

Beschreibung

Im Sinne des Bologna-Prozesses, Lernziele, Lernergebnisse und Kompetenzen der Studierenden stärker zu fokussieren, wurde an der Universität Graz mit GEKo ein Evaluationsinstrument entwickelt, das den Kontext und die Lernumgebung berücksichtigt wie auch den Kompetenzerwerb der Studierenden nachfragt. Da je nach Lehrveranstaltungstyp unterschiedliche studentische Kompetenzen angestrebt werden, können Lehrende zwischen verschiedenen Online-GEKo- Fragebögen wählen und zudem die für ihre Lehrveranstaltung relevanten Kompetenzen über die LV- Lehrziele definieren. Durch die Gegenübergestellung von Lehrzielen und Studierendenantworten wird eine Überprüfung der Lehrzielrealisierung ermöglicht.

Die Bologna-Bildungsreform wird als studierendenzentrierte Reform gesehen, die nicht nur strukturelle Änderungen im Studienangebot mit sich bringt, sondern einen Paradigmenwechsel bedeutet: Nicht allein die „Input“-Faktoren der einzelnen Fächer stehen im Mittelpunkt, sondern gleichberechtigt die „Output“-Faktoren, d.h. die durch das Studium vermittelten Lernergebnisse (Learning Outcomes), die Studierende zu Studienabschluss jedenfalls erreicht haben sollen. GEKo nimmt auf den Paradigmenwechsel in der Lehre Bezug, indem die von den Studierenden in einer Lehrveranstaltung erworbenen Lernergebnisse und Kompetenzen als Qualitätskriterien betrachtet und zur Sicherung der Qualität in der Lehre herangezogen werden.

GEKo bedeutet eine Abkehr von den herkömmlichen, lehrendenzentrierten Evaluationsmodellen hin zur studierendenzentrierten Perspektive: Der Erwerb von Handlungskompetenz steht dabei im Mittelpunkt. Den Studierenden sollen je nach Lehrveranstaltungstyp Fach-, Methoden-, Sozial-, Personal-, Sprach- und/oder Medienkompetenz vermittelt werden.

Folgende Fragebögenarten stehen für die Evaluierung der unterschiedlichen Lehrveranstaltungs- typen zur Verfügung:

• Lehrendenorientiert (z.B. Vorlesungen): Fach- und Methodenkompetenz
• Interaktiv (z.B. Seminare, Übungen): zusätzliches Abfragen von Sozial- und Personalkompetenz
• Sprachenorientiert (z.B. LVs mit Fremdsprachenbezug): Sprach-, Fach- und Methodenkompetenz
• Anwendungsorientiert (z.B. Laborpraktika): spezifische, anwendungsbezogene Fach- und Methodenkompetenz
• Mediengestützt: zusätzliches Abfragen von Medienkompetenz

Es ist den Lehrenden möglich, die für ihren Lehrveranstaltungstyp entsprechende Fragebogenversion online (UNIGRAZonline) auszuwählen, bei Bedarf das Modul der Medienkompetenz und/oder lehrveranstaltungsspezifische Zusatzfragen hinzuzufügen und den gewünschten Zeitraum der Evaluierung anzugeben. Optional können Lehrende durch die Definition von Lehrzielen (Lehrendenfragebogen) den Fokus der LV-Evaluierung auf die für sie relevanten Gebiete und Inhalte der Lehrveranstaltung richten. Da das Ausfüllen der Evaluierungsbögen am Computer erfolgt, sind die erhobenen Daten bereits elektronisch vorhanden und werden sofort nach Ende des Erhebungszeitraumes automatisch ausgewertet. Durch die zeitnahe Ergebnisdarstellung wird den Lehrenden die Möglichkeit gegeben, die Evaluierungsergebnisse mit den Studierenden zu besprechen und Verbesserungspotentiale der Lehrveranstaltung zu realisieren.