Seminar: Mediensozialisation (Mediensozialisation im Handlungsfeld der Pädagogik My point of view - and what about you?)

Umgesetztes Projekt

Ziele

Digitale Medien sind in unserer heutigen Gesellschaft kaum mehr wegzudenken. Daher gilt es, die gegenwärtige digitale gesellschaftliche Transformation Studierenden zu verdeutlichen und sie auf ihr späteres Berufsfeld im Rahmen ihrer Ausbildung vorzubereiten. Mit Hilfe leitfadengestützter Interviews sollen fiktive Personen mit unterschiedlichem Zugang zu digitalen Medien dargestellt werden und im Rahmen einer Radiosendung miteinander diskutieren.

Kurzzusammenfassung

Kinder und Jugendliche wachsen mit digitalen Medien auf und nutzen sie täglich in unterschiedli-cher Form. Im Handlungsfeld der gegenwärtigen Pädagogik erscheint durch die Nutzung digitaler Medien der Sozialisationsprozess einen neuen Stellenwert bei Kindern, Jugendlichen und Er-wachsenen zu bekommen. Um dies zu verdeutlichen, haben sich die Schwerpunktstudierenden im Bereich der „Handlungsorientierten Medienpädagogik“ der Privaten Pädagogischen Hoch-schule mit dem Thema der Mediensozialisation auseinandergesetzt und in einem fächerübergrei-fenden Projekt Podcast-Reihen zu dieser Thematik erstellt.

Summary

The postulation to use digital media in the classroom and to implement digital basic educa-tion/digital literacy in every school presents a great challenge for some teachers and school headships/school managers. With the help of modularized teacher training, the Private University of Education of the Diocese of Linz tries to support schools in the field of media literacy on an individual, needs-oriented and differentiated basis.

Nähere Beschreibung

In der Primarschullehrerinnen und -lehrerausbildung können Studierende der Privaten Pädagogi-schen Hochschule der Diözese Linz je nach aktuellen curricular vorgesehenen Angeboten be-stimmte Schwerpunkte für ihre Professionalisierung wählen. Im Rahmen des Schwerpunktes „Handlungsorientierte Medienpädagogik“ ist für die Studierenden des 7. Semesters das Fach Mediensoziologie im Rahmen eines Seminars vorgesehen. Dabei soll das Wirk- und Bedingungs-gefüge digitaler Medien im sozialen Kontext hinterfragt und die Wirkmächtigkeit im gesellschaftli-chen Kontext hinterfragt werden. Wenn davon ausgegangen wird, dass Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien aufwachsen, kann im Gegenzug dazu nicht davon ausgegangen werden, dass sie digitale Medien sinnvoll und wohl überlegt für ihre Bedürfnisse nutzen. Vor allem stellt sich die Frage der Auswirkungen (im Sinne der Wirkmächtigkeit), die diese im Lebensbereich der Schülerinnen und Schüler bzw. der Schulgemeinschaft gegenwärtig einnehmen.

 

Nach Theunert (2013) wird Mediensozialisation bzw. die Medienaneignung in einem Dreieck der aus Subjekt-Gesellschaft-Medien bestehenden Aspekte betrachtet und dadurch als ein gesell-schaftlich, lebensweltlicher Prozess erfasst, in dem wir aktiv handeln. Daher wird Medienbildung als ein grundlegender informatischer Prozess verstanden, um sich in der Welt zu finden, sich zu positionieren und mitzugestalten. Damberger (2019) spricht von einem dritten Raum, der durch die Allgegenwärtigkeit und Vernetzung von Dingen bzw. Medien geschaffen wird und in dem wir uns bewegen.

 

Unter dieser Prämisse sollen die Studierenden, neben einem wissenschaftlichen Forschungsan-satz der Mediensoziologie und der gegenwärtigen digitalen gesellschaftlichen Transformation, in dieser Lehrveranstaltung einen spannenden Ansatz finden, wie mediensoziologische Prozesse veranschaulicht werden können. In einem von den Studierenden selbsterstellten Podcast gestal-teten sie mit Aspekten der Theaterpädagogik ein leitfadengestütztes Interview. Dabei sollen die Dispositionen im Fokus des medialen Habitus der unterschiedlicher Akteurinnen und Ak-teure in unserer Bildungslandschaft zum Ausdruck kommen. Die technische Ausführung wurde in einer dazu parallel geführten Lehrveranstaltung im Bereich des Schwerpunktes der handlungsorientierten Medienpädagogik thematisiert und geübt.

 

Die kurzen, wirklich gut gestalteten Radiosendungen wurden im Seminar von den Studierenden vorgestellt und im Anschluss diskutiert. Zum Nachhören wurden diese auf der Lernplattform („Moodle“) allen Studierenden zugänglich gemacht.

 

 

Literatur:

 

Damberger, T. (2019). Antigott. Zur Exklusion des Humanen im Digitalzeitalter. Online abrufbar unter: damberger.org/wp-content/uploads/2019/02/Damberger-Antigott-2019.pdf [5.3.2020].

 

Schelhowe, H. (206-10-27). ‹Through the Interface› Medienbildung in der digitalisierten Kultur. In MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung 25: 40-

48. doi: 0.21240/mpaed/25/2016.10.27.X.

Mehrwert

Die Studierenden haben sich mit viel Freude und Engagement mit der Thematik der Mediensoziologie auseinandergesetzt und mit Hilfe leitfadengestützter Interviews ihre Kenntnisse in einem kreativ gestalteten Podcast umgesetzt.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Das Konzept könnte auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar sein und längerfristig in der Lehre eingesetzt werden.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Die Studierenden waren über diese Form der Seminararbeit begeistert und waren sich einig, dass sich dabei weit mehr mit dem Lehrinhalt auseinandersetzen mussten als beispielsweise bei einer Seminararbeit.

Aufwand

lt. Aussagen der Studierenden ist der Zeitaufwand ähnlich einer Seminararbeit

Positionierung des Lehrangebots

Lehramt Primarstufe (Bachelor): 7. Semester

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.