PI Spezialgebiet der Wirtschaftspolitik: Geschlechterverhältnisse und Ökonomie (English title: Special Topics in Economic Policy: Gender Relations and Economics)

Umgesetztes Projekt

Ziele

Das Ziel der Lehrveranstaltung “Geschlechterverhältnisse und Ökonomie” ist, Studierenden Informationen, Instrumente und Fähigkeiten näher zu bringen, die ihnen dabei helfen sollen, Geschlecht als zentralen Faktor in allen Bereichen der Wirtschaft und der Ökonomie als akademische Disziplin zu verstehen, selbst erforschen und erklären zu können.

 

Studierende lernen im Rahmen der Lehrveranstaltung, eigenständig Forschungsarbeit zu leisten, indem sie die einzelnen Schritte eines Forschungsprozesses zuerst identifizieren, dann wiederholen und schlussendlich anwenden. Zu Beginn des Kurses wird anhand eines Beispiels die Identifikation einer Forschungsfrage, einer Hypothese und einer Methode diese Hypothese zu testen, geübt. Während des gesamten Kurses sind die Studierenden dazu aufgefordert, relevante, wissenschaftliche Literatur zu finden, zu lesen und zusammenzufassen. Schlussendlich führen sie ein auf wissenschaftlicher Literatur und Methoden basierendes Projekt durch.

 

Der Kurs ist darauf ausgerichtet Studierenden geschlechtsspezifische Fragestellungen, in einem weitgefassten Bereich ökonomischer Themenbereiche, anhand von diversen Studien und Erhebungen zu präsentieren. Die primäre Motivation den Kurs auf diese Weise zu gestalten, ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass jede und jeder Studierende zumindest ein wesentliches Thema findet, an dem sie oder er wirklich interessiert ist. Es ist dadurch wahrscheinlicher, dass sich die Studierenden dem Thema im Rahmen der eigenen wissenschaftlichen Arbeit vertiefend widmen. Sie werden dazu aufgefordert das gewählte Thema eigenständig zu recherchieren. Dadurch lernen sie nicht nur eine umfassende Menge an wichtigen Konzepten und Fakten kennen, sondern haben zusätzlich die Möglichkeit, eine bestimmte Fragestellung in einem wissenschaftlichen Kontext zu untersuchen.

Kurzzusammenfassung

Neben der Auseinandersetzung mit dem Thema des Kurses ist ein weiteres Ziel, die Studierenden mit der Literaturrecherche und dem wissenschaftlichen Schreiben vertraut zu machen. Die Studierenden werden durch vier zentrale Aufgabenstellungen dazu ermutigt, sich mit wissenschaftlichen Methoden auseinanderzusetzen.

 

Die erste Aufgabenstellung besteht darin, wissenschaftliche Originalartikel zu lesen und drei „Response Papers“ zu verfassen. Dieses Format hilft den Studierenden Informationen aufzunehmen, und sich kritisch damit auseinanderzusetzen.

 

Als zweite Aufgabe müssen die Studierenden eine annotierte Bibliographie anfertigen, d. h. eine Zusammenfassung der Artikel inklusive einer Argumentation der Relevanz der Artikel für das durchzuführende Forschungsprojekt. Diese Aufgabenstellung fördert die Fähigkeit der Studierenden, relevante Werke gezielt und effizient zu identifizieren.

 

Die dritte Aufgabe besteht in der Durchführung eines eigenen Forschungsprojekts in Kleingruppen. Je nach Semester können die Ergebnisse in Form eines Artikels, Videos oder eines Mediums freier Wahl aufbereitet werden. Diese Aufgabenstellung zielt darauf ab, den Studierenden dabei zu helfen, die eigene Forschung mit bestimmten Zielgruppen zu teilen.

 

Die letzte Aufgabe, die „Show and Tells“, dient dazu, Studierende zu motivieren, Verbindungen zwischen dem LV-Thema und dem Alltag zu suchen. Hierfür bringen Studierenden etwas aus ihrem Alltag mit und erklären, wieso dies für den Kurs relevant ist.

Summary

The course “Gender Relations and Economics” is based on academic literature and writing. There are four ways in which students are encouraged to interact with scientific methods.

First, they weekly read academic papers in the scientific literature. This way, the students are exposed to how academic work is actually done. Throughout the semester, students write three “response papers” on these articles. This design helps students learn to not just memorize information, but to really work with it.

Second, as part of their work for their final research project, the students produce annotated bibliographies. The students provide brief summaries of specific papers/chapters and explain how they are relevant for the research conducted for the group project. This exercise trains students to read through and effectively choose papers from a vast literature that is relevant for them.

Third, students have to produce their own research in groups of 4-5. They work together to create research-based output – in some semesters a paper; in others, a video; in still others, they have free choice. The assignment is designed to help them communicate their research with a chosen target audience: the academic community, the general public, or whoever else they’d like.

Fourth, students bring an object, a video, etc. to class and explain why this is relevant to the class. These “show and tells” encourage the students to find connections between the topic of the class and their everyday lives.

Nähere Beschreibung

Neben der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der Geschlechtergerechtigkeit ist das zentrale Ziel des Kurses, den Studierenden den Prozess wissenschaftlicher Recherche näherzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Forschung durchzuführen. Dementsprechend zielt die didaktische Strategie des Kurses darauf ab, Studierende dabei zu unterstützen, schrittweise einen eigenen Forschungsprozess durchzuführen. Auf diese Weise wird ihnen vor Augen geführt, wie eigene Forschungsarbeiten aussehen könnten. Es gibt vier Kernkomponenten des Kurses, die diese Ziele unterstützen: das Verfassen von Response Papers, die Erstellung einer annotierten Bibliographie, die Entwicklung und Durchführung eines eigenen Forschungsprojekts und die sogenannten „Shows and Tells“.

 

1.) Verfassen von Response Papers zu Originalbeiträgen in wissenschaftlichen Journals

Erstens lesen die Studierenden jede Woche wissenschaftliche Artikel. Sie müssen sich daher mit bereits existierenden Arbeiten auseinandersetzen und haben regelmäßig die Möglichkeit wissenschaftliche Texte zu lesen. Drei Mal im Semester schreiben die Studierenden ein „Response Paper“ zu den vorgegebenen Texten. Sie werden zudem dazu aufgefordert, die wöchentlich zu lesenden Artikel online selbst zu finden. Dadurch üben die Studierenden die Literaturrecherche und erwerben damit Kompetenzen, die für das finale Projekt, aber auch das Verfassen einer Bachelorarbeit unerlässlich sind.

In den Response Papers, sollen die Studierenden drei Fragen beantworten: 1.) Was war die zentrale Aussage des Papers? 2.) Was ist besonders spannend in dem Artikel? 3.) Was könnte an dem Text verbessert oder verändert werden?

Durch die drei Fragen werden die Studierenden bei der Strukturierung ihres Response Papers unterstützt. Sie bekommen detaillierte Erklärungen, sodass sie sich beim Verfassen des Papers daran orientieren können: Die Antwort auf die erste Frage soll demnach in 3-4 Sätzen die zentralen Fragen, Zielsetzungen, Methoden und Schlussfolgerungen des Artikels zusammenfassen. Die Antwort auf die zweite Frage ist eine prägnante und klare Diskussion der wichtigsten Ideen oder Konzepte, die der Text enthält und eine Erläuterung, warum dies relevant ist. Die Antwort auf Frage 3 führt aus, was im Text fehlt oder wie er verbessert werden könnte. Im ersten Fall müssen die Studierenden genau erklären, wieso genau der fehlende Aspekt so wichtig ist und wie es die Analyse verbessern würde; im zweiten Fall arbeiten die Studierenden eigenen Empfehlungen für eine Verbesserung heraus.

Das Ziel der Response Papers ist es, die Studierenden dazu anzuregen, darüber nachzudenken, was sich in der Wissenschaft umsetzen lässt und welche Form und welcher Stil gute wissenschaftliche Arbeit auszeichnen. Die Response Papers fordern die Studierenden dazu heraus, wesentliche wissenschaftliche Fähigkeiten im Lesen, Verständnis und Diskutieren neuer Konzepte zu entwickeln. Das Verfassen der drei Absätze leitet die Studierenden an, die Artikel mit den Augen aufmerksamer Forscherinnen und Forscher zu betrachten: Was habe ich gelesen? Wieso ist es für mich von Nutzen? Was könnte ich besser machen? Die Studierenden erhalten von mir ein ausführliches schriftliches Feedback auf ihre Response Papers.

 

2.) Verfassen einer annotierten Bibliographie

Die zweite Aufgabe, die die Studierenden für ihre eigene Forschung vorbereiten, ist das Schreiben einer kommentierten Bibliografie („annotated bibliography“ auf Englisch). Die kommentierte Bibliografie ist als wissenschaftliche Vorbereitung für das finale Projekt der Studierenden gedacht. Während das finale Projekt unterschiedliche Formen annehmen kann, muss die dafür notwendige Recherche auf wissenschaftlicher Literatur basieren - dass dies der Fall ist wird in der kommentierten Bibliografie gezeigt. Zur Erfüllung dieser Aufgabe müssen die Studierenden selbst passende Literatur identifizieren und im Rahmen einer Zusammenfassung zeigen, wieso diese für das finale Projekt relevant ist und zu einem höheren Informationsgehalt beiträgt. Dieses Vorgehen fördert die Fähigkeit mit wissenschaftlicher Literatur zu arbeiten. Zumindest drei dieser „zusätzlichen“ Werke müssen zusammengefasst werden, was bedeutet, dass die Studierenden sehr viel Übung im Lesen, Verstehen und Schreiben eines wissenschaftlichen Textes bekommen.

 

3.) Entwicklung und Durchführung eines eigenen Forschungsprojekts

Die dritte Aufgabe, ein umfangreiches Forschungsprojekt, das über das ganze Semester verfolgt wird, bereitet die Studierenden darauf vor, selbst wissenschaftliche Forschung durchzuführen. Dieses Projekt wird in Teams durchgeführt und die Forschungsergebnisse müssen mit anderen geteilt werden. In den ersten Semestern, in denen ich die Veranstaltung gehalten habe, war es verpflichtend die Ergebnisse in Form eines Artikels zu beschreiben. Im Laufe der Zeit habe ich das geändert: in manchen Semestern haben die Studierenden ein Video erstellt und in anderen konnten sie frei wählen, wie sie ihre Forschungsergebnisse kommunizieren wollen (eine Gruppe hat beispielsweise ein Kinderbuch zu Geschlechternormen geschrieben). Die Studierenden müssen ihre Ergebnisse in ein Medium transformieren, das darauf ausgerichtet ist, ihre selbst gewählte Zielgruppe zu erreichen. Je nachdem, wo die Studierenden ihre Ergebnisse veröffentlichen, kann dies auch zu Reaktionen der Leserinnen und Leser führen: Im Fall einiger Videos, die auf YouTube veröffentlicht wurden, posteten andere User Kommentare, die den Fokus des Videos auf Gendergerechtigkeit kritisierten und attackierten (die Studierenden nannten diese Menschen „trolls“). Das ist eine wichtige Erfahrung und bringt interessante Diskussionen über den sozialen Gegenwind, den manche Arten von Forschungsarbeiten bekommen. Diese Erfahrung aus erster Hand „getrolled“ zu werden war unerwartet aber gleichzeitig erkenntnisreich.

 

4.) Shows and Tells

Der vierte Bestandteil des Kurses, für welchen die Studierenden Punkte bekommen, sind die sogenannten „show and tells“. Im Rahmen dieser bringen die Studierenden zweimal während des Semesters etwas aus deren Alltag mit und erklären den anderen Studierenden wieso es in diesem Kurs relevant ist. Das kann ein Video sein, Fotos von etwas, das die Studierenden gesehen haben oder eine Anekdote aus dem Alltag. Das Ziel dieser Übung liegt darin, die Studierenden dazu zu ermutigen, zwischen ihrem Alltag und dem Inhalt des Kurses eine Verbindung herzustellen. Obwohl die show-and-tells den informellsten Bestandteil der Note ausmachen, ermutigt er die Studierenden neugierig und aufmerksam durch die sie umgebende Welt zu gehen - der grundlegendste Teil des Forschens!

 

Neben diesen vier zentralen Aufgaben gibt es für die Studierenden natürlich viel Input und andere Aktivitäten während des Semesters, die im Folgenden dargestellt werden.

 

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Am ersten Tag des wöchentlich stattfindenden Kurses wird im Rahmen einer Einführungsveranstaltung ein vertiefender Blick auf wissenschaftliches Schreiben geworfen: Thematisiert wird dabei, wie online wissenschaftliche Artikel gefunden werden können, wie im Text und in der Bibliographie richtig zitiert wird, wie man sich mit der VPN der WU verbinden kann, um auf gewünschte Artikel auch außerhalb des Campus zugreifen zu können usw. In den darauffolgenden Wochen werden die Studierenden dazu aufgefordert, die im Rahmen des Syllabus ausgewählten Artikel oder Buchkapitel zu lesen. Das Lesen von wissenschaftlichen Artikeln vermittelt den Studierenden ein ausgezeichnetes Verständnis für die Durchführung von Forschungsarbeit und führt sie an bereits realisierte Projekte und Arbeiten heran.

Zum Anfang des Semesters bringe ich außerdem gedruckte Versionen von wissenschaftlichen Fachzeitschriften in den Kurs, um auch einen visuellen Eindruck davon zu vermitteln, was man sich unter einem „Artikel in einer Fachzeitschrift“ vorstellen kann (die meisten Studierenden wissen nämlich nicht genau was das ist). Sogar diese kleine Übung ist für die Studierenden erkenntnisreich und vermittelt einen weiteren Einblick in die Realität des wissenschaftlichen Arbeitens.

 

Kick-off-Workshop zur Entwicklung der Forschungsfrage

Zum Anfang des Semesters veranstalte ich einen innovativen “Workshop”, der den Studierenden dabei helfen soll mit dem Forschungsprojekt zu starten. In diesem Workshop soll jedes Team eine Forschungsfrage und Hypothese formulieren und Methoden zur Überprüfung der Hypothese entwickeln - sprich der wissenschaftlichen Methode folgen, wie es auch in professioneller Forschung gemacht wird. Jedes Teammitglied präsentiert in diesem Workshop den Mitgliedern anderer Gruppen die Hypothesen und das Forschungsdesign. Die Studierenden bekommen dann ausführliches Feedback von der Lehrveranstaltungsleiterin und den anderen Studierenden Dieser Austausch, innerhalb welchem die einzelnen Schritte der wissenschaftlichen Methode für die anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer wiederholt werden, ermöglicht es den Studierenden die grundlegenden Elemente ihres Forschungsdesigns bei der Planung im Kopf zu behalten und diese dementsprechend umzusetzen. In dem Moment, wo die Studierenden die Forschungsfrage, die Hypothesen und die Methoden identifiziert haben, ist der nächste Schritt eigenständig passende Literatur zu finden (diese muss aus Fachzeitschriften oder Büchern stammen) und diese in der annotierten Bibliographie zusammenzufassen.

 

Gestaltung der Präsenzeinheiten

Im Rahmen der Kurseinheiten gebe ich jeweils einen 45-60-minütigen Vortrag zum Thema der jeweiligen Einheit. Im Zuge dessen wird auch über die bis dato zu lesende Lektüre gesprochen. Raum und Zeit für Diskussionen bleibt in der insgesamt zweistündigen Veranstaltung somit immer. Manchmal gibt es zusätzliches Begleitmaterial und Aufgaben, wie kurze Videos oder Zeitungsartikel. Drei oder viermal während des Semesters arbeiten die Studierenden in kleinen Gruppen und besprechen ein Thema, zu welchem dann auch eine kurze, informelle Präsentation vor dem Rest der Gruppe abgehalten wird. Die einzelnen Einheiten sind darauf ausgerichtet, dass sich die Studierenden aktiv an dem Kurs beteiligen und sind damit auch immer sehr interaktiv gestaltet.

 

Einblick in die Forschung der Lehrveranstaltungsleiterin

Darüber hinaus spreche ich mit den Lehrveranstaltungsmitgliedern oft über meine eigene Forschungsarbeit und bringe die aktuellen Themen und Diskussionsfragen damit in Verbindung. Ich zeige ihnen zudem meine Forschungsergebnisse und spreche über das Einreichen meiner Artikel in Fachzeitschriften. Die Studierenden haben oft Fragen über diesen Prozess, die ich ausführlich und ehrlich beantworte. Ich erkläre an dieser Stelle auch wie die Beantragung von Forschungsförderung abläuft (Drittmittelförderung). Das Teilen meiner Erfahrungen, Ziele und Ergebnisse gibt den Studierenden die Chance zu sehen, wie Forschung in der Praxis durchgeführt wird.

 

 

Beurteilung und Feedback

Die Studierenden werden nach den folgenden Kriterien beurteilt:

- ihrer Mitarbeit (10 Punkte),

- den „Response Papers“ (3x 15 Punkte),

- den „Show and Tells“ (2x5 Punkte),

- der kommentierten Bibliografie (10 Punkte)

- und dem finalen Paper/Video/Projekt (25 Punkte).

 

Den Studierenden wird eine sehr klares Bewertungsschema für die Response Papers vorgegeben, das Aufschluss über die Erwartungen der Lehrveranstaltungsleiterin gibt (siehe Punkt Response Paper).

Zudem gebe ich umfangreiches Feedback zu jedem einzelnen Response Paper. Die kommentierte Bibliografie wird nach der Qualität der Zusammenfassungen und der Fähigkeit korrekt zu zitieren bewertet. Die Note für die finale Ausarbeitung kommt von mir, basierend auf meiner Einschätzung der wissenschaftlichen Qualität (unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Arbeit für einen Kurs auf Bachelorniveau geschrieben wurde). Da es mir wichtig ist, dass die Studierenden lernen mit anderen gemeinsam zu recherchieren und kommunizieren, habe ich die Videos bzw. alternative Möglichkeiten für das finale Projekt implementiert. Die Note für das Video/Projekt kommt aus drei Bereichen. Zehn Punkte für die von mir wahrgenommene Qualität, fünf Punkte von den Teammitgliedern für einander und zehn Punkte von einem „peer-review“ (der Durchschnitt der Beurteilung der anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer).

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Durch den modularen Aufbau des Kurskonzepts können einzelne Elemente leicht auf andere Lehrveranstaltungen übertragen werden – natürlich ist es aber auch möglich, das Gesamtkonzept auf Lehrveranstaltungen mit anderem Thema, aber einem Fokus auf forschendem Lernen/forschungsorientierter Lehre umzulegen. Die Ausrichtung auf wissenschaftliche Literatur als wöchentliche Lektüre kann in jedem Kurs angewendet werden und ist oft relevanter für Studierende als Lehrbücher oder weniger wissenschaftliches Material, wie Zeitschriftenartikel - obwohl letztere eine exzellente zusätzliche Quelle darstellen können.

 

Auch die Response Papers, welche hervorragend dafür geeignet sind, Studierende dabei zu unterstützen die für wissenschaftliche Recherche notwendigen Schlüsselfähigkeiten zu entwickeln, in anderen Kursen umgesetzt werden, in denen es verpflichtende Texte zu lesen gibt. Schließlich kann auch die Idee, die Studierenden selbst wählen zu lassen, in welcher Form sie die Ergebnisse des finalen Projekts darstellen, in anderen Kursen angewandt werden.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Der Kurs bekommt regelmäßig ausgezeichnete Evaluationen von Studierenden. 2017 hat der Kurs den Preis für „Innovative Lehre“ der WU gewonnen. Zudem nominieren mich die Studierenden des Kurses regelmäßig für den Preis der „exzellenten Lehre" an der WU.

Positionierung des Lehrangebots

Der Kurs kann von Bachelor Studierenden besucht werden, die den „Common Body of Knowledge“ (CBK) erfolgreich absolviert haben und ist dem Studienzweig Volkswirtschaft & Sozioökonomie zugeordnet.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.