Können Lernjournal und Teamarbeit die Falllösungskompetenz der Studierenden verbessern?

Konzept

Ziele

Konkrete Ziele:
- Verbesserung der Falllösungskompetenz für Studium und Praxis;
- Tieferes und nachhaltigeres Theorieverständnis?
- Förderung der Fähigkeit zur Teamarbeit (auch im beruflichen Umfeld);
- Förderung der Selbsteinschätzung und der Bereitschaft zum Feedback.

Maßnahmen:
- Einbeziehung der Studierenden in den Lehr- und Lernprozess durch: Bearbeitung von Fällen im Team;
- Präsentation einer „Musterlösung“ durch den LV-Leiter, welche Studierende mit den eigenen Ergebnissen vergleichen können;
- Reflexion nach der Übungseinheit anhand des Originalfalles unter Berücksichtigung der „Musterlösung“;
- Dokumentation des Reflexionsprozesses durch Einträge in ein Lernjournal;
- Abschließendes Feedback-Gespräch.

Beschreibung

Bei Übungen aus dem (Bürgerlichen) Recht ist häufig die Unmittelbarkeit des Lernprozesses nicht gewährleistet, die Studierenden werden nicht ausreichend aktiv in den Lernprozess eingebunden und geplante Reflexionsphasen fehlen. Die primären Ziele des Projekts waren die Verbesserung der Falllösungskompetenz sowie ein tieferes und nachhaltiges Theorieverständnis. Bei der Auswahl der dafür geeigneten didaktischen Strategien berücksichtigte ich auch einige grundlegende Erkenntnisse der Lerntheorie, etwa Kolb’s „Learning Cycle“.

Alle Fälle wurden zunächst im jeweils ersten Teil eines Übungstermins in Teams bearbeitet. Bemerkenswert war dabei unter anderem, dass sich die Studierenden aufgrund des „Gruppendrucks“ intensiver vorbereiteten. Die daran anschließende Präsentation einer Musterfalllösung durch den LV-Leiter erhöhte gemeinsam mit dem im Anschluss an die Stunde frei geschalteten Originalfall die Bereitschaft zur Nachbereitung. Die Verpflichtung, pro Stunde zu vorgegebenen Punkten mindestens drei Einträge in ein Lernjournal vorzunehmen, bewirkte eine bewusste Reflexion des Lerngeschehens. Ein freiwilliges 10-minütiges Abschlussgespräch bot den Studierenden die Gelegenheit, vom LV-Leiter anhand ihrer Schlussklausur eine kurze Stärken-Schwächen-Analyse zu erhalten.

Das neue Übungsformat wurde von den Studierenden überwiegend positiv angenommen, ebenso wurde das mögliche Verbesserungspotenzial deutlich aufgezeigt. Zwar lässt sich kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Teamarbeit und Lernjournal sowie einer verbesserten Falllösungskompetenz der Studierenden nachweisen, dafür wichtige Teilkompetenzen der Studierenden, wie etwa die Reflexionsfähigkeit, wurden jedenfalls nachhaltig gefördert.