Bruchstellen im Studiengang Physikalische Chemie - Lösungsansätze durch die Erprobung didaktischer Strategien

Konzept

Ziele

Konkrete Ziele:
1) Überbrückung der stofflichen und zeitlichen Zweiteilung des Vorlesungsstoffes durch das neue Curriculum;
2) Überprüfung und Korrektur inhaltlicher Überschneidungen in unterschiedlichen Lehrveranstaltungen;
3) Überwindung der Abstraktheit und Trockenheit des mathematisch-physikalischen Vorlesungsstoffes;
4) Abbau mathematischer Defizite;
5) Erhöhung der studentischen Motivation bzw. deren Interesse.

Maßnahmen:
1) Einbindung von Studierenden in die Vorlesung durch vermehrten Einsatz relevanter (mathematischer) Beispiele, um deren Wichtigkeit aufzuzeigen;
2) Eigenständige Lösung von Rechenbeispielen durch Studierende im Plenum;
3) verstärkte Einbindung der Studierenden in die Vorlesung durch gezielte Rück- und Verständnisfragen;
4) Einsatz von formativen und summativen Kurzüberpüfungen (minute papers);
5) Evaluation der Vorlesung durch Eigen-, studentische und Außenperspektive;
6) Rücksprache mit anderen Vortragenden zur Vermeidung von inhaltlichen Redundanzen.

Beschreibung

Das Projekt beleuchtete spezifische Probleme in der naturwissenschaftlichen Lehre am Beispiel der Physikalischen Chemie anhand einer im jeweiligen Sommersemester turnusmäßig abgehaltenen Vorlesung. Diese ergaben sich aus verschiedenen Aspekten der Neuorganisation des Studienganges Chemie und aus studentischen Defiziten hinsichtlich naturwissenschaftlicher Vorbildung und Interesse. Ziel war dabei sowohl die Aufdeckung eventueller Problemfelder und deren Beschreibung, als auch die Bereitstellung und Erprobung von Lösungsansätzen mittels geeigneter hochschuldidaktischer Methoden. Die Ansätze umfassten sowohl den Versuch einer Umorganisation der Vorlesung hinsichtlich der vermehrten Einbindung der Studierenden während der Vorlesung, als auch den Versuch immanenter Evaluation der Vorlesung, um das vermehrte Interesse der Studierenden zu wecken und bei Verständnisdefiziten unmittelbar entgegensteuern zu können. Zusätzlich wurde durch studentische Evaluierung dieses Konzept überprüft und damit die Frage geklärt, inwieweit diese Implementierung positive Auswirkungen auf das studentische Interesse und das Verständnis des Vorlesungsinhaltes hat.

Es ließ sich feststellen, dass durch die eingesetzten Maßnahmen das Interesse und die Mitarbeit zweifellos gesteigert wurde und die Maßnahmen damit prinzipiell positiv beurteilt wurden. Das Projekt zeigte jedoch mit der starren studentischen Selbstorganisation relativ deutlich ein weiteres Problemfeld auf. Durch die Vorlesungsstruktur findet eine eingehende Beschäftigung mit deren Inhalt in vielen Fällen nur unmittelbar vor der Prüfung statt, was einer interpretierbaren immanenten Evaluierung per se entgegenläuft und den Einsatz weiterer Methoden erfordert.