Marketing Vertiefung: Digital Marketing

Umgesetztes Projekt

Ziele

Als Nachwuchslehrende an der Abteilung für Marketing und Internationales Management erhielt ich im Herbst 2018 die Möglichkeit, eine neue Lehrveranstaltung für das Bachelorstudium Betriebswirtschaft zu konzipieren. Der thematisch gesteckte Rahmen für die Lehrveranstaltung war Digitales Marketing, der gegebene Umfang waren 4 ECTS und die Erstdurchführung sollte im Sommersemester 2019 erfolgen.

 

Im Zuge meiner universitären Ausbildung lernte ich ein online-basiertes Lehrkonzept kennen. Mit diesem Grundwissen ausgestattet, bildete ich mich auf den Gebieten E-Didaktik und Lehrkonzeption im Selbststudium weiter, um ein optimal gewichtetes Blended Learning Konzept anbieten zu können. Das Ergebnis war eine gestaffelte Online-Lernumgebung in modularer Struktur, mit vielfältigen Elementen der Wissensvermittlung- und verarbeitung (siehe Link zum Projekt).

 

Ziel war es, ein Modell zu entwerfen, das sich mehr als das bisherige Präsenzlernen an Personengruppen richtet, die privat oder beruflich stärker zeitlich gebunden sind. In der heutigen Zeit, in der lineare Erwerbsbiografien eher zurückgedrängt werden und es häufiger zu Fortbildungsphasen kommt, trifft das entwickelte Online-Angebot aufgrund der damit verbundenen Flexibilität auf die Erfordernisse der Studierenden. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurde ein Übergewicht auf Online-Lerninhalte gelegt.

 

Dadurch, dass das Online-Lernangebot 24/7 zur Verfügung steht, kann jede/r Studierende seinen individuellen bestgeeigneten Lernzeitpunkt auswählen. Darüber hinaus fördert dieses Modell den interaktiven Austausch der Studierenden und erhöht deren Partizipation an Lernbeiträgen anderer, die weiterentwickelt werden können.

Kurzzusammenfassung

Die Lehrveranstaltung Digital Marketing ist die erste Lehrveranstaltung an der Universität Klagenfurt, die im innovativen LV-Typ Vorlesung Interaktiv konzipiert wurde. Die prüfungsimmanente Vorlesung Interaktiv Digital Marketing ist eine Neukonzeption, die Präsenzunabhängigkeit mit einem hohen Grad an Interaktion verbindet und folglich der Personengruppe der Berufstätigen und jenen mit Betreuungspflichten besonders entgegenkommt. Da der Anteil des E-Learning am Workload der Lehrveranstaltung 30 Prozent beträgt, wurden die Präsenzlehrtermine im Vergleich zum LV-Typ Vorlesung oder Vorlesung mit Kurs um ein Drittel reduziert. Die speziell gestaltete Moodle-Lernumgebung nimmt hier eine zentrale Rolle ein, da dort ein Großteil der Wissensvermittlung und -verarbeitung erfolgt. Ebenso erbringen Studierende die Hälfte ihrer Prüfungsleistungen in der Online-Lernumgebung. Durch den Einsatz vielseitiger Online-Tools der Wissensvermittlung (zum Beispiel Lektüren, Infografiken, Textbausteine, Videos) und Wissensverarbeitung (zum Beispiel Umfragen, Quizze, H5P Content, Aufgabenstellungen) entsteht ein hohes Maß an Interaktion. Ihren individuellen Lernfortschritt können Kursteilnehmer/innen durch Checkboxen visualisieren und kontrollieren. In der Präsenzlehre werden ausgewählte Online-Lehrinhalte durch Frontalvorträge vertieft oder ergänzt, doch vor allem werden Aufgabenstellungen in aktiven Phasen bearbeitet, in denen Studierenden ihr Wissen festigen können.

Summary

The course Digital Marketing is the first course taught in the innovative course format Vorlesung Interaktiv at the University of Klagenfurt. The continuous assessment course is a new conception that combines classroom teaching and online learning based on the principle of blended learning. Especially students with work or family duties benefit from the concept, as the blended mode allows all students, regardless of private or professional duties, to interact and learn with each other via the online course. As the online learning represents 30 percent of the total course workload, the classroom sessions are reduced by one third compared to a traditional lecture or course. In the eLearning environment, students can acquire new knowledge and test themselves. The Moodle eLearning course is tailored to the contents and intended learning outcomes of the unit. It is built in a modular structure and it contains various elements for knowledge acquisition (for example readings, infographics, text blocks, videos) and elements for knowledge application (for example surveys, forums, quizzes, H5P content, tasks). The modules contain check boxes that allow students to visualize and track their progress. In the classroom sessions, selected online contents are discussed, explained in detail or supplemented by additional materials. The focus of the in-class sessions is, however, on interactive phases in which students can apply their knowledge.

Nähere Beschreibung

Die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing wurde von November 2018 bis März 2019 konzipiert und im Sommersemester 2019 erstmals mit 14 Teilnehmer/innen durchgeführt. Die Lehrveranstaltung mit Unterrichtssprache Englisch besteht aus 5 Präsenzlehrterminen zu je 3 Stunden und 5 Online-Modulen.

 

Die folgenden 7 intendierten Lernergebnisse werden verfolgt:

 

LO1. Outline how the online micro- and macro-environment affect companies’ digital marketing activities.

 

LO2. Examine the principles, benefits and barriers of integrated digital marketing planning in a B2C setting.

 

LO3. Discuss the impact of digital media and technology on the marketing mix.

 

LO4. Describe the requirements that contribute to an effective digital experience.

 

LO5. Assess the relevance for using digital platforms for customer relationship management.

 

LO6. Apply selected digital marketing concepts and methods in case studies, activities and exercises.

LO7. Demonstrate the qualities of a reflective practitioner by documenting the development of your personal perspective and learning of digital marketing.

 

Die Lernergebnisse sind auf allen Stufen der Bloomschen Taxonomie angesiedelt.

 

Die Endnote der Studierenden setzt sich aus 4 Arten von Prüfungsleistungen zusammen: Online quizzes (Weighting: 30%), Reflective journal entries (Weighting: 20%), Active in-class participation (Weighting: 10%), Final exam (Weighting: 40%).

 

Da 50 Prozent der Leistungen in der Online-Lernumgebung erbracht werden (Prüfungsmethode 1 und 2), verdeutlicht dies den hohen Stellenwert, den die digitale Lehre in der Vorlesung Interaktiv Digital Marketing hat.

 

Zu einem großen Teil finden die Lehre und das Lernen in der digitalen Lernumgebung, dem Moodle-Kurs, statt, welcher sich in 5 Online-Module gliedert (siehe Link zum Projekt für Kurszugang). Jedes Modul behandelt einen Themenbereich, ist eine in sich geschlossene Lerneinheit zum jeweiligen Thema der Woche und adressiert zumindest 2 intendierte Lernergebnisse:

 

Modul 1: LO1 + LO7

Modul 2: LO2 + LO6 + LO7

Modul 3: LO3 + LO7

Modul 4: LO4 + LO6 + LO7

Modul 5: LO5 + LO7

 

Die Lernmodule enthalten (a) Elemente der Wissensvermittlung und (b) Elemente der Wissensverarbeitung:

 

(a) Zur Wissensvermittlung sind Arbeitsmaterialien wie Lektüren, Videos oder Infografiken in Kombination mit selbsterstellten Textbausteinen im Moodle-Kurs integriert. Da der Kurs auf zwei Hauptlektüren (Lehrbüchern) basiert, sind ausgewählte Kapitel in Form von PDF-Dateien in die Online-Module eingebettet. Komplementär dazu sind relevante Videos, Infografiken, Bilder, selbsterstellte Textbausteine oder weiterführende Links Teil der Online-Module, sodass diese einem in sich geschlossenen und logischen Aufbau folgen. Die Entscheidung, nicht ausschließlich Lektüren für die Wissensvermittlung in der digitalen Lernumgebung zu nutzen, entstand durch das Leitziel, die Online-Lehre so zu gestalten, dass sie Interaktion und studentische Lernerfolge fördert. Die Videos, Infografiken, Bilder, Links und Textbausteine wurden zusätzlich gewählt und aufbereitet, damit sie die Studierenden in der Lernzielerreichung unterstützen und ein abwechslungsreiches Lernerlebnis für sie entsteht.

 

(b) Da die Studierenden sich in den Online-Modulen nicht nur Wissen aneignen, sondern dieses auch verarbeiten sollen, wurden Aktivitäten zur Wissensverarbeitung erstellt. Hierzu zählen E-Learning-Aktivitäten wie Umfragen und Foren zu konkreten Fragestellungen, Selbstüberprüfungsaufgaben, H5P Content oder Fallanalysen. Die verschiedenen Aufgaben erfordern Transferleistung und Reflexion. Genauer kann die Motivation für den Einsatz der verschiedenen E-Learning-Tools wie folgt beschrieben werden:

 

Die Umfragen und Foren wurden in die Online-Module integriert, da sie einen wichtigen Beitrag im Lernprozess leisten. Nach den Lektüren in den Online-Modulen, oder in ausgewählten Fällen auch davor, sind Umfragen oder Foren geschaltet, in denen Studierende ihre Meinung, ihre Einschätzung oder ihre Ergebnisse zu konkreten Fragen oder Aufgaben abgeben können. Dies regt zum Nachdenken über Modulinhalte an und trägt zur Verarbeitung des Wissens bei. In den Foren können die Kursteilnehmer/innen miteinander interagieren und voneinander lernen.

 

Selbstüberprüfungsaufgaben wurden ebenfalls als E-Learning-Tool zur Wissensverarbeitung in einzelne Module integriert. Diese sollen Studierende beim Lernen unterstützen und ihnen die Möglichkeit geben, Inhalte aus den Buchkapiteln zu festigen.

 

In Modul 1 wurde ein interaktives Video mit dem Tool H5P erstellt und in die Lernumgebung eingebettet. Da H5P Applikationen die Interaktion zwischen Studierenden und den Inhalten fördern, wurde ein informatives Video mit Aufgaben wie „Drag Text“ oder „Mark the Words“ versehen, wodurch die Nutzer/innen ihr Wissen überprüfen können. Nach jeder Zwischenfrage und am Ende des Videos sehen die Studierenden ihre erreichte Punktzahl. Um Nutzerinteraktionen in der Online-Lernumgebung zu fördern und Studierende zu motivieren, die Lernziele zu erreichen, kommt H5P in der digitalen Lernumgebung zum Einsatz.

 

Als weiteres Element der Wissensverarbeitung werden Fallanalysen in der Online-Lernumgebung eingesetzt. In Modul 2 und 4 untersuchen und bewerten die Studierenden die digitalen Marketingaktivitäten von echten Firmen auf Basis von Prinzipien, die in der Vorlesung Interaktiv Digital Marketing vermittelt werden. Die Ergebnisse und

 

Einschätzungen geben die Studierenden in Form von Forenbeiträgen ab. Die Fallanalysen

wurden gewählt, damit die Studierenden erworbenes Wissen in konkreten Situationen anwenden können. Analytisches Denken soll gefördert werden sowie Kooperationsfähigkeit und Toleranz, da die Studierenden durch das Teilen der Antworten die eigene Perspektive sowie Perspektiven anderer Kursteilnehmer/innen reflektieren, übernehmen oder darauf eingehen können.

 

Die obigen Ausführungen zum Einsatz der digitalen Lehrtools zeigen, dass Interaktion und die Förderung der studentischen Lernerfolge stets Leitkriterien in der Auswahl der E-Tools waren. Die vielfältigen Lernmaterialien und E-Learning-Aktivitäten, die im Kurs kombiniert wurden, ermöglichen es den Studierenden, zeit- und ortsunabhängig in der Online-Lernumgebung aktiv zu sein.

 

Die Gestaltung der einzelnen Online-Module folgt einem Checklistensystem. Die Studierenden können ihren Fortschritt innerhalb der Module selbstbestimmt handhaben und diesen durch Checkboxen visualisieren und kontrollieren. Neben den zentralen Wissens- und Aufgabenbausteinen beinhalten die Module ergänzende Materialien (zum Beispiel Links zu Internetquellen). In der Sektion Bring it all together befinden sich die wöchentliche Reflexionsaufgabe und das Quiz (Prüfungsmethode 1 und 2). Das wöchentliche Quiz enthält Wissensfragen in Form von Multiple-Choice Fragen, Wahr/Falsch Fragen, Drag-and-Drop-auf-Bild Fragen oder Zuordnungsfragen. Die Quizze dienen der Wissensüberprüfung am Ende jedes Moduls. Sie sind zeitlich begrenzt und Studierende sehen nach Abschluss sofort ihre erreichte Punktzahl. Die zweite Prüfungsmethode in der Online-Lernumgebung sind die wöchentlichen Reflexionsaufgaben. Diese beziehen sich vorranging auf das intendierte Lernergebnis LO7, welches wie folgt lautet: Demonstrate the qualities of a reflective practitioner by documenting the development of your personal perspective and learning of digital marketing. Die wöchentliche Reflexionsaufgabe besteht aus jeweils drei Fragestellungen, die in maximal 500 Wörtern zu beantworten sind. Ziel ist es, dass Studierende ihre Einschätzungen zu bestimmten Themen des digitalen Marketings darlegen und ihren Lernfortschritt im jeweiligen Modul reflektieren und verbalisieren. Die Reflexionsaufgaben werden in Form von Punkten und schriftlichem Feedback durch die Lehrperson bewertet. Die Freischaltung für das nächste Kursmodul erfolgt erst nach Upload der Reflexionsaufgabe.

 

Die Präsenzlehre in der Vorlesung Interaktiv Digital Marketing orientiert sich am thematischen Rahmen der Online-Module. Bereits vor dem wöchentlichen Präsenzlehrtermin haben die Studierenden Zugriff auf das aktuelle Modul und können mit der Bearbeitung beginnen. In der Präsenzlehre werden ausgewählte Inhalte aus der digitalen Lernumgebung durch Frontalvorträge beispielhaft vertieft oder ergänzt. Der Fokus während der Präsenzlehre liegt jedoch auf Phasen, in denen die Studierenden aktiv sind. Zu den eingesetzten interaktiven Lehrmethoden zählen unter anderem Gruppenarbeit, Brainstorming, AnswerGarden, Murmelgruppen, Fallanalyse, Blitzlicht oder Kreativaufgaben. Mindestens 50 Prozent der Lehrzeit der Präsenzeinheiten sind aktive Phasen. In diesen werden, abhängig von den Arbeitsaufträgen, beispielsweise Digital Marketing Tools angewendet oder Firmenbeispiele analysiert. Es wird viel miteinander interagiert, einerseits die Studierenden untereinander, als auch Studierende und Lehrperson.

 

Damit dies gut angenommen wird und in der Folge funktioniert, wurden von Kursbeginn an sowohl Online als auch in der Präsenzlehre Beispiele für eine offene Kommunikationskultur und ein positives Lernklima angeboten und von der Lehrperson vorgelebt. Über das Forum Announcements im Moodle-Kurs wurden durch die Lehrperson regelmäßig Informationen geteilt, welche zumeist folgende Themen betrafen: Inhalte der nächsten Präsenzeinheit, BYOD (Bring Your Own Device) für die nächste Präsenzstunde, Online-Lernumgebung oder Klausur. Der Moodle-Kurs wurde bewusst so gestaltet, dass er

Partizipation und Austausch fördert. Durch den Einsatz von Foren und Umfragen wurden

die Studierenden dazu angeregt, ihre Meinung, Einstellung oder Einschätzung zu konkreten Fragestellungen (offen oder geschlossen) abzugeben, um Reflexion und Transferleistung zu fördern. Im Modulhandbuch wurde bezüglich dieser Art von Aufgaben Folgendes kommuniziert: “The activities you complete within the modules (e.g. forum posts, surveys, interactive videos) enhance your learning experience and help you to process what you have learned. They are not graded. Please answer openly, honestly and creatively - without any pressure.” Obwohl die Teilnahme an den Umfragen, Foren oder Selbstüberprüfungsaufgaben nicht benotet wurde, beteiligten sich die Studierenden rege an den Online-Aktivitäten.

 

Die erste Vorlesung Interaktiv an der Universität Klagenfurt hat eine vielseitige Online-Lernumgebung geschaffen, in der Wissen mit verschiedenen Methoden und Ressourcen vermittelt wird. Studierende werden Online und Offline gefordert und gefördert und können zeit-und ortsflexibel im Lernprozess voranschreiten. Dies kommt vor allem berufstätigen Studierenden sowie Studierenden mit Betreuungspflichten zugute.

Mehrwert

Für Studierende ergibt sich aus der Vorlesung Interaktiv Digital Marketing ein Mehrwert hinsichtlich folgender Aspekte:

 

Präsenzunabhängigkeit verbunden mit einem hohen Grad an Interaktion:

 

Da ein Großteil der Lehre in der digitalen Umgebung stattfindet, reduziert sich die Anzahl der Präsenztermine für die Studierenden um ein Drittel. Dies kommt der Personengruppe der Berufstätigen und jenen mit Betreuungspflichten besonders entgegen. Unabhängig von der Anwesenheit am Campus können Studierende in der digitalen Lernumgebung interagieren, einerseits (a) mit dem elektronischen Lernsystem als solches, andererseits (b) mit anderen Kursteilnehmer/innen im Lernsystem.

 

(a) Um auf Materialien zuzugreifen oder Aufgaben zu erfüllen, ist Interaktion in der elektronischen Lernumgebung erforderlich. Die vielfältigen Elemente der Wissensvermittlung und Wissensverarbeitung sind so aufbereitet und kombiniert, dass sie Studierende dazu animieren, die Module zu erforschen und durchzuarbeiten. Die digitale Lernumgebung als Ganzes ist nutzerfreundlich und lernfördernd gestaltet, sodass dies Kursteilnehmer/innen motiviert, die Inhalte und E-Learning-Aktivitäten eigenverantwortlich zu bearbeiten.

 

(b) Für die Förderung der Interaktion der Kursteilnehmer/innen untereinander enthalten die Online-Module Umfragen und Foren zu konkreten Fragestellungen.

Hier können die Studierenden sich aktiv äußern und ihre Meinung, Einstellung

oder Einschätzung abgeben (in Umfragen anonym, in Foren mit Namen). Dabei geht es einerseits um Wissenstransfer, Reflexion, Begründung und Bewertung, andererseits darum, dass sich die Studierenden austauschen und voneinander lernen. Die Beiträge von allen Teilnehmer/innen können gelesen, reflektiert und kommentiert werden. In der digitalen Lernumgebung sollen die Studierenden nicht nur auf Basis von Arbeitsmaterialien lernen, sondern auch durch den Austausch mit Peers.

 

Flexibles Lernen:

Analysiert man die Aktivitätszeiten der Kursteilnehmer/innen in der Online-Lernumgebung retrospektiv, fällt auf, dass sowohl tagsüber, als auch abends, nachts und an Wochenenden gelernt wird. In der Vorlesung Interaktiv Digital Marketing findet Wissensvermittlung und -verarbeitung zu Zeiten statt, in denen Studierende mental fit und ungestört sind. Die Lerninhalte können im eigenen Tempo erarbeitet werden und sind jederzeit abrufbar.

 

Strukturiertes Lernen im Modulsystem:

Die in sich geschlossenen Lerneinheiten im Moodle-Kurs bieten den Studierenden die Möglichkeit, sich die Inhalte und Aufgaben strukturiert und schrittweise zu erarbeiten.

 

Visualisierter Lernfortschritt:

Studierende markieren aktiv ihren Fortschritt durch Checkboxen in den Online-Modulen, nachdem Inhalte erarbeitet oder Aufgaben erledigt wurden. Erreichtes und noch zu Erledigendes ist dadurch klar ersichtlich. Die Studierenden wissen zu jeder Zeit, an welchem Modulpunkt sie sich befinden. Das Gestaltungselement der Checkboxen wurde bewusst gewählt, um eine Anreizstruktur zur Erledigung von Inhalten und Aufgaben für Studierende zu schaffen.

 

Kontinuierliches und stetiges Lernen über den gesamten Kursverlauf:

Das Lehrveranstaltungsformat fördert eine regelmäßige und aktive Auseinandersetzung mit den Kursinhalten. Vor allem zwei bewusst gewählte

konzeptionelle Entscheidungen führen dazu:

 

1. Der Prüfungsmodus mit verschiedenen Teilleistungen verteilt über die Kursdauer.

 

2. Die Gestaltung der Online-Lernumgebung mit verschiedenen Möglichkeiten der Wissensverarbeitung (zum Beispiel Umfragen, H5P Content), welche die Aktivität der Studierenden beim Lernen in der digitalen Lernumgebung anregt und fördert.

 

Tiefe Lerneffekte:

Durch die regelmäßige Auseinandersetzung mit den Inhalten

 

über mehrere Kanäle (Online & Offline),

in Form von verschiedenen Methoden und Ressourcen,

Online Wissensvermittlung: z.B. Lektüren, Videos, Infografiken

Offline Wissensvermittlung: z.B. Frontalvorträge

Online Wissensverarbeitung: z.B. Foren, H5P Content

Offline Wissensverarbeitung: z.B. AnswerGarden, Fallanalyse

 

in Einzel- oder Gruppenarbeit,

 

wird nachhaltiges Lernen gefördert.

 

 

Für Lehrende ergibt sich folgender Nutzen:

 

Zeit für Erklärung von komplexen Inhalten und Einsatz von Aufgaben in Präsenzeinheiten:

Durch die Auslagerung eines Großteils der Wissensvermittlung in die Online-Lernumgebung, entsteht in den Präsenzphasen mehr Zeit für die Erklärung von besonders wichtigen oder schwierigen Inhalten. Ebenso können durch den größeren zeitlichen Rahmen vermehrt Praxisbeispiele besprochen oder verschiedene Aufgaben bearbeitet werden (zum Beispiel Gruppenarbeit, Fallanalyse, AnswerGarden). Würde es die Online-Lernumgebung nicht geben, würde vermutlich bis zu 100 Prozent der Wissensvermittlung in den Präsenzeinheiten stattfinden. Dies hieße möglicherweise weniger Zeit für ausführliche Erklärungen von einzelnen Aspekten, den Einsatz von Praxisbeispielen oder aktive Phasen.

 

Zeitersparnis (mittel-bis langfristig) bei Lehrvorbereitung:

Die Online-Lernumgebung kann in den folgenden Jahren ohne großen zusätzlichen Aufwand immer wieder genutzt werden. Falls nötig, können stets weitere Elemente hinzugefügt oder aktualisiert werden, jedoch zu einem geringen Aufwand. Zwar sind die erstmalige Konzeption und Gestaltung der Online-Lernumgebung aufwendig, jedoch ist diese immer wieder verwendbar und adaptierbar.

 

Zeitersparnis bei Kursabwicklung über die Online-Lernumgebung:

Da viele Elemente (Abgaben, Bewertungen, Kommunikation) zentral über eine Plattform abgewickelt werden, entsteht eine Zeitersparnis für die Lehrperson.

 

(Weiter)- Entwicklung der eigenen Expertise im Bereich digitale Lehrtools:

Durch die Gestaltung der Online-Lernumgebung können Lehrpersonen ihr Know-how hinsichtlich digitaler Lehrtools stets weiterentwickeln.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing wird auch zukünftig in diesem LV-Format im Bachelorstudium Betriebswirtschaft unterrichtet und angeboten. Ab dem Sommersemester 2020 wird die Zielgruppe für die Lehrveranstaltung erweitert, da die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing dem Bachelorstudium International Business and Economics zugeordnet wird. Die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing ist pro Durchgang auf circa 25 Studierende ausgelegt.

 

Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung des Fachgebiets Digital Marketing, wird der

Kurs inhaltlich vor jedem Durchlauf aktualisiert. Methodisch sind ebenfalls Neuerungen geplant, vor allem die Integration von selbstproduzierten Videos und Impulsvorträgen in die Online-Lernumgebung.

 

Die Vorlesung Marketing 1: Konsumentenverhalten wird innerhalb der nächsten Jahre vollständig auf die LV-Art Vorlesung Interaktiv umgestellt. Diese Transformation begleite ich aktiv mit. Aktuell unterstütze ich bei der Integration neuer Elemente der Wissensverarbeitung in den Moodle-Kurs und plane die Hälfte der aktiven Phasen der Präsenzeinheiten.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing wurde durch das reguläre elektronische LV-Feedback der Studierenden sowie durch die Zentrale Einrichtung eLearning Service evaluiert. Zudem wurde die Lehrveranstaltung im Peer-Review-Verfahren des Hochschulforum Digitalisierung mit dem Community Certificate HFDcert ausgezeichnet.

 

Das LV-Feedback, das 12 von 14 Kursteilnehmer/innen ausfüllten, zeigte, dass 66,7 Prozent der Studierenden ihren Lernfortschritt in der LV als „sehr hoch“ einschätzen und

25 Prozent als „hoch“. Demnach erzielten knapp 92 Prozent der Studierenden ihren eigenen Angaben zufolge einen hohen oder sehr hohen Lernfortschritt.

 

Auf die Frage, was den Studierenden an der Lehrveranstaltung besonders gut gefällt, wurde unter anderem rückgemeldet:

 

• „Mir gefällt dieser neue LV-Typ sehr gut und kann die LV nur weiterempfehlen.“

• “Modules are very informative and layed out to be interesting.”

• “The new way of teaching”

• „Interaktivität des Inhalts, Motivation der Lehrenden, Inhalt allgemein, Moodle Kurs Verwendung“

• „Jede Einheit ist sehr durchdacht von ihr, und man merkt das sie großen Wert darauf legt das jeder alles versteht. Die Einheiten sind sehr interessant und alles was wir besprechen wird durch praktische Aufgaben gefestigt“

 

Der Hauptkritikpunkt der Lehrveranstaltung war ein hoher Arbeitsaufwand Online kombiniert mit einem als zu kurz empfundenem Bearbeitungszeitraum (1 Woche). Diese Rückmeldungen wurden in den neuen Durchlauf im Sommersemester 2020 aufgenommen und der Bearbeitungszeitraum pro Modul auf 2 Wochen erhöht.

 

Neben dem LV-Feedback durch die Studierenden evaluierte die Zentrale Einrichtung eLearning Service der Universität Klagenfurt die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing. Die anonyme Fragebogenuntersuchung wurde zu 3 Zeitpunkten durchgeführt (1. Präsenzlehrtermin am 12.03.2019, 3. Präsenzlehrtermin am 26.03.2019, 5. Präsenzlehrtermin am 09.04.2019). Pro Lehrtermin füllten die Studierenden einen Fragebogen zu Beginn und Ende der Lehreinheit aus. Gemessen wurden Stimmung, Zufriedenheit, Motivation, Interesse und Lernerwartungen- und erfahrungen auf einer 5-stufigen Skala von 1 = sehr gut/ sehr zufrieden/ sehr motiviert/ sehr interessiert/ stimme sehr zu bis 5 = sehr schlecht/ sehr unzufrieden/ sehr unmotivierend/ stimme gar nicht zu.

 

Die Stichprobe umfasste 10 Kursteilnehmer/innen, da diese zu allen 3 Terminen anwesend waren. Die Auswertung erfolgte mittels deskriptiver Statistik.

 

Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass die Vorlesung Interaktiv ein gut wahrgenommenes Format ist und die Erwartungen der Studierenden (Evaluation zu Beginn der Einheiten) von ihren Erfahrungen (Evaluation nach den Einheiten) übertroffen wurden. In Einheit 3 und 5 sind die Studierenden nach den Einheiten noch motivierter, interessierter, zufriedener und besser gestimmt als vorher. Zudem ist die Zustimmung zu den folgenden Items, „Ich habe das Gefühl, mich aktiv an der Vorlesung beteiligen zu können“, „Ich bin besonders aufmerksam während der Vorlesung“, „Ich beschäftige mich interaktiv mit den Lehr-/Lerninhalten“, „Ich lerne interaktiv mit Studienkolleg/innen“, am Ende von Einheit 3 und 5 größer als zu Beginn („Ich möchte mich aktiv an der Vorlesung beteiligen“, „Ich möchte besonders aufmerksam während der Vorlesung sein“, „Ich erwarte mir eine interaktive Beschäftigung mit den Lehr-/Lerninhalten.“, „Ich erwarte mir mit Studienkolleg/innen interaktiv zu lernen“). Dies zeigt ebenfalls, dass die Erfahrungen die Erwartungen der Kursteilnehmer/innen übertroffen haben. In Einheit 1 ist dieser Trend noch nicht erkennbar. Unter Umständen lässt sich dies durch anfängliche Überraschung oder Überforderung mit dem LV-Typ erklären.

 

Vergleicht man die Evaluation der Zentralen Einrichtung eLearning Service mit dem LV-Feedback, lässt sich sagen, dass die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing eine positive Erfahrung für die Studierenden war. Die interaktiven Präsenzeinheiten übertrafen die Erwartungen der Kursteilnehmer/innen hinsichtlich verschiedener Aspekte im Kursverlauf. Im LV-Feedback zeigte sich, dass der Anteil der Studierenden mit einem hohen oder sehr

hohen Lernfortschritt bei über 90 Prozent lag.

 

Im Peer-Review-Verfahren des deutschen Hochschulforums Digitalisierung, eine Initiative des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Stifterverbandes, erhielt die Vorlesung Interaktiv Digital Marketing das Community Certificate HFDcert (siehe Links zu der nominierten Person).

Aufwand

Das Projekt hat keine zusätzlichen Kosten für die Abteilung für Marketing und Internationales Management oder mich persönlich verursacht. Der Zeitaufwand für die Neukonzeption wurde nicht separat dokumentiert. In den Monaten Dezember 2018 bis Februar 2019 widmete ich mich hauptsächlich der Planung und Umsetzung der Online-Lernumgebung sowie der Planung der Präsenzeinheiten.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung Digital Marketing ist im Bachelorstudium Betriebswirtschaft im Gebundenen Wahlfachbündel I angesiedelt. Das Gebundene Wahlfachbündel I besteht aus insgesamt 12 Wahlfächern, aus dem Studierende 3 Wahlfächer zu je 12 ECTS auswählen. Jedes Wahlfach besteht weiters aus 3 Lehrveranstaltungen zu je 4 ECTS. Die Lehrveranstaltung Digital Marketing ist eine Lehrveranstaltung des Wahlfachs Marketing und Internationales Management. Laut empfohlenem Studienverlauf absolvieren Studierende die Lehrveranstaltungen des Gebundenen Wahlfachbündel I im 4. und 5. Semester des Bachelorstudiums Betriebswirtschaft. Die Unterrichtssprache der Lehrveranstaltung ist Englisch.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.