Future-proof your classroom – teaching skills 2030: Methoden, Werkzeuge und Kompetenzen für erfolgreiches Lehren im digitalen Zeitalter

Umgesetztes Projekt

Ziele

Digitale Transformation in der Lehre bedeutet mehr als den Einsatz einzelner digitaler Tools im Unterricht. Vielmehr versteht sich der Kurs als ganzheitliches Training, das sowohl die individuelle Lehre wie die gesamte hochschulische Institution umfasst. Dies erfordert ein durchdachtes Konzept eines Teacher-Training-Kurses, um durch sorgfältig aufeinander abgestimmte Methoden, Tools und Materialien den Aufbau digitaler Kompetenzen in der Lehre zu entwickeln und zu stärken. Herkömmliche digitale Weiterbildungen konzentrieren sich meist nur punktuell auf bestimmte Bereiche und vernachlässigen die Einbettung in den Unterrichtskontext. Es geht jedoch vielmehr darum, den Lehrenden multimediale „Literacy“ in genau diesem Kontext zu vermitteln und sie hierbei bestmöglich zu unterstützen, denn:

 

(1) Lehrende haben durch den Schwerpunkt auf Forschungstätigkeit oftmals keine Zeit für aufwendige Weiterbildungen in Bereichen der Lehre; sie benötigen daher einen „Toolkit“ aus Methoden, Kompetenzen, Handlungsanleitungen und Materialien, der an einem Ort und leicht zugänglich ist und alle benötigten Ressourcen in komprimierter Form anbietet;

 

(2) Lehrende brauchen Vertrauen in den eigenen Umgang mit Technologie, E-Learning, und virtuellen Unterrichtsräumen im Rahmen des Digitalisierungskonzepts einer Hochschule. Daher sind einfach umzusetzende Methoden und zu erstellende Tools eine Grundvoraussetzung, um alle Lehrenden zu erreichen und die digitale Hemmschwelle abzubauen;

 

(3) Lehrende müssen in ihrem Engagement für digitale Lehr- und Lernformen von der Hochschule auf allen Ebenen unterstützt werden, da die Umstellung auf digitale Unterrichtsformen die gesamte Idee von Lehre, einschließlich des Präsenzunterrichts und der veränderten Rolle von Lehrenden umfasst. Teaching 2030 geht auf diese neuen Lehr- und Lernumgebungen ein und zeigt auf, wie diese bestmöglich miteinander verschränkt werden können.

 

Um Lehrende in diesen Bereichen zu unterstützen, wurde der Blended-Learning-Kurs Teaching2030 von September 2017 bis Februar 2020 über das EU-Förderprogramm Erasmus+/Strategische Partnerschaften in Österreich entwickelt. Der Kurs bietet ein Gesamtkontext zur digitalen Weiterbildung von Lehrpersonen auf verschiedenen Ebenen. Inhaltlich vereinigt er die Vermittlung digitaler Kompetenzen mit den sich verändernden Kommunikationsstrukturen, Rollen von Lehrenden und Anforderungen an innovative Lehre; didaktisch wird dies durch den Einsatz von Storytelling umgesetzt. Zwei Charaktere erzählen von ihren Erfahrungen im Umgang mit digitalen Lehrmethoden, ihren Befürchtungen und Erfolgserlebnissen. Sie geben den acht Modulen mit je fünf Kapiteln zugleich Struktur wie Übersicht.

Kurzzusammenfassung

Teaching2030 vermittelt Methoden, Werkzeuge und Kompetenzen, über welche Lehrende im digitalen Zeitalter verfügen müssen, um ihren Unterricht erfolgreich zu gestalten. Acht Module behandeln Kernthemen der Lehre wie das sich verändernde Berufsbild von Lehrenden durch die digitale Transformation (Modul 1); die verschiedenen Rollen von Lehrenden als Storyteller*, Coach und Moderator je nach Lernumgebung (Modul 2); die Gestaltung von erfolgreichen Präsenzveranstaltungen unter Einbeziehung von E-Learning-Tools (Modul 3); die effiziente Erstellung dieser Tools und deren Einsatz (Modul 4); den Einbezug von Social Media in den Unterricht (Modul 5); die Entwicklung von Online-Schreibkompetenzen (Modul 6); das Unterrichten in virtuellen Räumen (Modul 7) und die Durchführung erfolgreicher Blended-Learning-Kurse (Modul 8).

 

Der Kurs wurde in Form eines innovativen cBook (Computer-Book) umgesetzt und enthält neben Lerninhalten, Videos und Audiosequenzen auch interaktive Lernformate und Aufgabentypen. Zusätzlich zu den acht individuell absolvierbaren Online-Modulen umfasst der Kurs auch ein zweitägiges Präsenztraining in Form eines selbstgesteuerten iLab (Innovation-Lab), in welchem die Werkzeuge und Methoden aus dem cBook erprobt werden können. Sowohl im cBook als auch im Manual zum iLab wird ein Storytelling-Ansatz verfolgt. Der Kurs kann mit einem Teacher-Training-Assessment abgeschlossen werden und umfasst insgesamt 20 ECTS.

 

*englischsprachige Bezeichnungen werden nicht gegendert

Summary

The blended-learning course Teaching2030, funded by Erasmus+ Strategic Partnerships in Austria, provides assistance in technology-based instruction by presenting teaching skills, materials and competencies that will be essential in future. The course focuses on the changed roles of teachers through technology (Module 1), which requires elaborated communication skills in on-site teaching (Module 2); technology allows to design on-campus trainings from a student centred perspective (Module 3) by creating and using e-learning materials (module 4). Teaching with social networks will be an asset for collaboration (Module 5), assuming that writing skills for the web are taken into account (Module 6). Teaching regardless of time and space needs profound skills in virtual classrooms (Module 7) for developing a smart blended learning course (Module 8).

 

The cBook (computer Book) is the online learning environment of the course that houses the eight modules and offers materials, tools, videos and e-learning exercises to be easily implemented in teaching. The iLab (innovation Lab) is an open, self-directed on-campus learning space, allowing teachers to exchange ideas and support each other. The didactical methodology of the blended-learning course follows the principles of storytelling. Teachers can complete an assessment of their learned skills to get personal reward and institutional recognition for their efforts. The course is worth 20 ECTS.

Nähere Beschreibung

Entwicklung. Zur Erhebung der Methoden, Werkzeuge und Kompetenzen für den Kurs Teaching2030 wurde von den sieben universitären Projektpartnern in Portugal, Spanien, Italien, Mazedonien, Kroatien, Slowenien und Ungarn intensiv Desk Research betrieben; zusätzlich wurden im Studienjahr 2017 von der FH Burgenland Interviews mit 14 Absolventen nach der Critical-Incidents-Methode durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet, um die Erfolgsfaktoren in der Lehre innerhalb eines BWL-Studiums zu erfassen. Begleitend dazu wurde auf der Basis der Methode des Service Design in einem internationalen Studierendenprojekt die Forschungsfrage gestellt, wie zukünftige Lernszenarien aussehen könnten, um die Parameter für den Kurs zu erstellen. Die Ergebnisse betrafen vor allem Kommunikationsfähigkeiten von Lehrenden (Sprache als Machtfaktor oder Entwicklungsinstrument); personalisiertes Lernen (Coachen von Studierenden, persönliches Feedback), Schaffen eines Rahmens und einer Struktur für den Lernprozess, vor allem durch Einbeziehung digitaler Medien wie MOOCs, Webinare und Videos; die Rolle des kollaborativen Lernens durch soziale Medien; das Schaffen von flexiblen virtuellen wie realen Lernumgebungen und deren Ausgestaltung; Nutzung von monoaktiven (E-Portfolio, Wiki…) und interaktiven (Blog, Forum…) Medien im Web sowie Teilnahme im Web durch Online-Schreibkompetenzen.

 

Gesamtkonzept. Auf Basis der Resultate aus studentischer sowie lehrender Perspektive wurden acht Module zu je fünf Kapiteln entwickelt, die sich ergänzen und den Gesamtkontext digitaler Transformation widerspiegeln. Denn Digitalisierung ändert auch das Lehren im Präsenzunterricht – es reicht nicht aus, herkömmliche Unterrichtsmethoden in das Digitale zu übertragen, sondern es ist erforderlich, jenseits bestehender Lehrformate zu agieren. Dies erfordert ein durchdachtes Konzept eines Teacher-Training-Kurses, wo Methoden, Aufgaben, Tools und Materialien aufeinander abgestimmt sind. Herkömmliche digitale Weiterbildungen konzentrieren sich meist nur punktuell auf einen Bereich und vernachlässigen das sich verändernde Gesamtkonzept von Lehre. Der Kurs Teaching2030 dagegen bietet digitale Tools und Kompetenzen und bettet diese in ein Gesamtkonzept ein, um den Lehrenden die benötigten Informationen, Materialien oder Tools an einem Ort, „all inclusive“, anzubieten.

 

Module. In den acht Modulen wird dieser Ansatz wie ein roter Faden durchgezogen. Die Module wurden von Wirtschaftsfakultäten europaweit entwickelt, erlauben jedoch eine vielfältige Einsetzbarkeit, da die Methoden, Werkzeuge und Kompetenzen im Vordergrund stehen und Anwendungsbeispiele aus dem Wirtschaftsbereich auf andere Disziplinen leicht übertragbar sind. Diese generische Herangehensweise deckt sich mit dem Ansatz, Lehrende auf möglichst vielen Ebenen zu unterstützen. Ziel des Kurses ist es, darzustellen, wie digitale Lehr- und Lernformen in ein ganzheitliches Unterrichtskonzept integriert werden können.

 

Basismodule 1 bis 4. Im ersten Modul reflektieren die Lehrenden über Anforderungen an ihr Berufsbild, wenn es um die neuen Herausforderungen durch die Technologie geht, um die veränderte Rolle von Lehrenden als Coach und Moderator von Lernprozessen, um die Schaffung von neuen Lernumgebungen sowie den Einsatz von Social Media. Lehrende können anhand von ausgewählten Kooperationsmodellen wie Cooperative Learning oder Guidance Counseling Anregungen für ihren Unterricht übernehmen. Modul 1 dient als Einführung in die einzelnen Themen, die in den weiteren sieben Modulen vertieft werden. Modul 2 geht auf die verschiedenen Rollen von Lehrenden als Coach, Moderator oder Storyteller und somit auf die intensivierte Kommunikation im Präsenzunterricht durch die Verlagerung von Lerninhalten in die Technologie ein. MOOCs, Videos, Podcasts oder Lern-Apps können leicht als Informationsquelle eingesetzt und didaktisiert werden, jedoch erfordert die Unterrichtsgestaltung ein hohes Maß an partizipativer Beteiligung von Lehrenden wie Studierenden und erweiterten Kommunikationsfähigkeiten.

 

Lehrende erhalten deshalb in Modul 2 Anregungen und Tipps zur Feedbackgestaltung, Etablierung von Peer-Feedback, anregender Diskussionsgestaltung mit gezielter Fragestellung, zur Förderung kritischen Denkens und zu der Methode des Storytelling für die Verdeutlichung von Lehrinhalten. Das abschließende Kapitel in diesem Modul widmet sich der Lehre im interkulturellen Kontext – ein Thema, das durch virtuelle Kooperationsmöglichkeiten künftig die Regel und nicht die Ausnahme sein wird.

 

Erweiterte Kommunikationsfähigkeiten bilden die Basis für den Einsatz von studierendenzentrierten Unterrichtsformen, welche in Modul 3 dargestellt werden. Skills- und Problem-Based-Learning, basierend auf den Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts des World Economic Forum, stehen in der Unterrichtsgestaltung im Mittelpunkt; weitere Methoden des kollaborativen Lernens dienen als Anregung für partizipativen Unterricht. Tipps zur Umgestaltung von Klassenräumen, die in herkömmlicher Weise kreative Unterrichtsplanung oft einschränken, können Lehrende ebenso umsetzen wie die Einbettung digitaler Tools im Unterricht. Daher werden in diesem Modul Gamification und Game-Based-Learning als Trends der Zukunft vorgestellt und welche Kompetenzen sich damit im Unterricht vermitteln lassen.

 

Die Einbeziehung von E-Learning-Tools und die Erstellung einfacher digitaler Inhalte für erfolgreiche Kursgestaltung bilden die Basis der digitalen Transformation. Modul 4 greift diese Themen auf und stellt Lehrenden einfache Möglichkeiten vor, um Vertrauen in die Verwendung digitaler Tools zu entwickeln. Die Bedeutung von Technologie als Mittel zum Zweck soll Lehrenden verdeutlichen, dass Technologie kreativ für die eigenen Unterrichtsziele eingesetzt werden kann. Näher eingegangen wird neben der kollaborativen Verwendung von LMS-Plattformen auf den Einsatz von Online-Kursen im Unterricht sowie auf die einfache Erstellung von Lehrvideos. Lehrende können sich hier für ihre Unterrichtsgestaltung Tipps holen, welche Arten von Video sie produzieren und einsetzen möchten. Ein weiteres Kapitel ist dem Trend von Augmented und Virtual Reality gewidmet, wo jedoch meist auf vorgefertigte Formate zurückgegriffen wird.

 

Erweiterungsmodule 5 bis 8. Die Nutzung von Social Media und die Gestaltung von Social Networking auf diesen Plattformen ist in der digitalen Lehre ein immer stärker eingesetztes didaktisches Mittel – vom einfachen Hochladen eines Lehrvideos auf den universitären YouTube-Kanal bis zur vollen Ausgestaltung kollaborativer Lernformate auf interaktiven Plattformen. Modul 5 zeigt Lehrenden daher auf, wie sie Social Networking in ihrem Unterricht in Bezug auf kollaborative Möglichkeiten einsetzen können, welche Vorteile diese als innovative Unterrichtsmöglichkeit bieten und wie Online-Inhalte gestaltet werden können. Das Modul gibt Unterrichtstipps und informiert darüber, welche studierendenzentrierten Unterrichtsformen (Modul 3) sich besonders gut mit Social Media kombinieren lassen. Die Gestaltung von „User Generated Contents“ - Videos, Bilder, Blogs oder Kommentare auf Foren - ist ebenso Thema wie die verantwortungsvolle Nutzung dieser Medien hinsichtlich Privatheit und Datensicherheit.

 

Die Entwicklung von Online-Schreibkompetenzen und der Umgang mit Informationen, seien sie selbst erstellt, geteilt oder genützt, ist zentrales Lernziel von Modul 6. Lehrenden wird vermittelt, wie sie Webtexte für ihre Unterrichtszwecke einsetzen können und welche Online-Schreibprinzipien zu beachten sind. Dabei wird auf Medien wie Blogs, Foren, Twitter, Facebook, Websites, E-Portfolios, Wikis und Newsletters eingegangen und das Thema aus Modul 5 vertieft. Ein Kapitel widmet sich der erfolgreichen Online-Vermarktung von Forschung und der Frage, welche Gestaltungsprinzipien hier zu berücksichtigen sind. Ein weiteres Kapitel geht gesondert auf die Wirkung bildhafter Elemente („Visuals“) und deren Gestaltung für den Unterricht ein. Unter dem Aspekt von verantwortungsvollem Verhalten im Netz werden im abschließenden Kapitel Regeln für die Netiquette und den Umgang mit Fake News sowie rechtliche Thematiken im Netz vermittelt.

 

Der Gestaltung von ganzheitlichen Lehr- und Lernformen widmen sich die beiden Module 7 und 8. Da Blended-Learning-Formate bereits als Standard zu bezeichnen sind und auch bei der Vermittlung von Sprachen oder psychologischen Themen eingesetzt werden, braucht es eine klare Abstimmung von Präsenz- und Online-Einheiten. Werden diese synchron in einem virtuellen Raum durchgeführt, sind dafür Moderationsfähigkeiten von Lehrenden nötig, die den Präsenzunterricht ergänzen. Modul 7 erläutert daher die Gestaltung virtueller Lehre in Bezug auf die digitalen Möglichkeiten und die erforderlichen Rollen von Lehrenden als Moderator, Time Manager und Designer von Aufgaben. Den Lehrenden wird gezeigt, wie sie eine synchrone Unterrichtseinheit im virtuellen Unterrichtsraum vorbereiten, durchführen und evaluieren können.

 

Auf dieser Basis vermittelt das abschließende Modul 8, wie Präsenzveranstaltungen, Selbststudienphasen und virtuelle Unterrichtsformen in einem Blended-Learning-Kurs bestmöglich aufeinander abgestimmt werden, um den Bedürfnissen einer technologieversierten Studierendengeneration gerecht zu werden. Beispiele zeigen, wie Studierende dazu motiviert werden können, aktiv an diesen Kursen teilzunehmen und Motivationslücken, vor allem in der Selbststudienphase, zu schließen. Darüber hinaus erhalten die Lehrenden auch Empfehlungen, wie sie einen einmal erstellten Online-Kurs auch für den weiteren Unterricht und das eigene Marketing nützen können.

 

Didaktik. Um den einfachen und effizienten Einsatz des Kurses in der Lehre zu betonen und das Vertrauen in die Technologie zu stärken, bietet das cBook als webbasierter Trainingskurs einen freien Zugang ohne Einloggen und ist auf der Projekt-Website mit einem Klick zu erreichen (siehe Link). Das cBook bietet drei verschiedene Kategorien an: Lerninhalte (Text, Videos, Audiosequenzen), interaktive Übungen (Multiple Choice, Memory Cards, Drag and Drop) und reflexive Aufgaben (bezeichnet als iThink- und iLab Activity), die im iLab wieder aufgenommen werden können. Jedes der acht Module umfasst fünf Kapitel, die miteinander verlinkt sind, weshalb die Lehrenden schnell die benötigten Informationen finden oder auch nur die Themen auswählen können, die für sie von Relevanz sind.

 

Um den ganzheitlichen Ansatz zwischen den Kapiteln zu verstärken, folgt Teaching2030 dem dramaturgischen Konzept des Storytelling. Zwei Lehrende, Lucia und Marko (durch Schauspieler dargestellt) begleiten die Lehrenden durch die verschiedenen Themen der Module und erzählen in Videos, Audiosequenzen oder schriftlichen Dialogen von ihren Unterrichtserfahrungen. In diese Geschichten eingebettet finden sich die Lerninhalte, interaktiven und reflexiven Übungen, Aufgaben sowie Materialien und Links zur Vertiefung des Kurses. Die beiden Charaktere geben den acht Modulen mit je fünf Kapiteln zugleich Struktur wie Übersicht.

 

Übungen aus dem cBook können in einem zweitägigen Präsenztraining pro Modul, dem iLab (Innovation-Lab), erprobt, getestet und vertieft werden, entweder unter Supervision eines Teaching2030-Developer oder als selbstgesteuertes Teamevent. Dies ermöglicht den Lehrenden, Vertrauen in die eigenen E-Learning-Kompetenzen zu entwickeln und in einem sicheren Rahmen neue Formate zu erproben und Feedback zu erhalten. Jedes iLab enthält zudem ein 30-seitiges Manual, welches das didaktische Konzept erläutert, zusätzliche Anregungen für die Unterrichtsgestaltung bietet und weitere Materialien zur Verfügung stellt.

 

Teacher Training Assessment. Zur Unterstützung und Anerkennung des Engagements von Lehrenden, welche die Digitalisierung in ihrem Unterricht vorantreiben möchten, bietet der Kurs ein Teacher-Training-Assessment mit der Möglichkeit eines Abschlusszertifikats und damit der institutionellen Anerkennung an. Insgesamt können mit diesem Assessment 20 ECTS erworben und der Kurs europaweit an Universitäten und Bildungseinrichtungen als integraler Bestandteil der Lehrerfortbildung eingesetzt werden.

 

Internationalität. Der englischsprachige Kurs wurde von einem Konsortium aus acht Ländern und neun Partnern entwickelt und garantiert dadurch eine breite Einsatzmöglichkeit. Die europäische Ausrichtung sichert die Repräsentativität der behandelten Themen, zugleich werden generische Kompetenzen vermittelt. Der Kurs ist flexibel einsetzbar, da das cBook in institutseigene Lernplattformen leicht integriert werden kann und das iLab eine Gestaltung je nach den Bedürfnissen der Lehrenden erlaubt.

Mehrwert

Der Mehrwert ergibt sich auf verschiedenen Ebenen: Der Kurs bietet Lehrenden 1) eine systematische und ganzheitliche Entwicklung von Kernkompetenzen in der technologisierten Lehre, 2.) einen flexiblen und effizienten Einsatz von Tools durch Auswahl und Kombination der vorgestellten Methoden und Materialien, 3) einen unterhaltsamen Einstieg in die Technologie durch das Storytelling, 4.) eine kostenfreie Möglichkeit zur Weiterbildung durch die Entwicklung über eine EU-Förderschiene.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Der Kurs ist sehr gut auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar, da er generische Methoden und Kompetenzen vermittelt und nicht auf ein Fachgebiet beschränkt ist. Das cBook kann zudem leicht in bestehende Moodle-Systeme integriert und mit eigenen Übungen erweitert werden. Das iLab kann als „Experimentierfeld“ den individuellen Bedürfnissen von Lehrenden angepasst werden.

 

Der Kurs kann in das Weiterbildungsprogramm ATHENA der FH Burgenland für externe und interne Lehrende integriert und mit dem Teacher-Training-Assessment abgeschlossen werden. Durch die breite Übertragbarkeit auf Lehrsituationen ist geplant, weitere Übungen und Materialien, dann auch fächerspezifisch, zu entwickeln.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Der Kurs wurde im Rahmen der Qualitätssicherung durch 137 Stichproben in den Ländern der Partneruniversitäten mit 24 geschlossenen und 2 offenen Fragen elektronisch evaluiert, wobei in allen Kategorien die Bewertung „Sehr gut“ (zwischen 50 und 60% der Antworten) vor „Gut“ (zwischen 30 und 40% der Antworten) lag. Dies spricht für die hohe Akzeptanz des Kurses.

 

Des Weiteren zeigen die Evaluierungsergebnisse der Studierenden zu den drei im "Engagement in der Lehre" beschriebenen Lehrveranstaltungen sehr hohe Zufriedenheitswerte nach der Umstrukturierung. Vor allem die interaktiven Komponenten, verbunden mit dem interkulturellen bzw.. spielebasierten Ansatz werden von den Studierenden sehr positiv bewertet. Dies ist insofern von Bedeutung, da vor allem berufsbegleitend Studierende einen erhöhten Lern- und Motivationsanreiz benötigen.

Aufwand

Die Entwicklung des Kurses wurde innerhalb des Programmes Erasmus+/Strategische Partnerschaften durchgeführt und von der FH Burgenland kofinanziert. Der Gesamtaufwand pro Partnerinstitution (siehe Konsortium) betrug rund 1200 Arbeitsstunden (30 Wochen Vollzeit aufgeteilt auf 2,5 Jahre). Dem relativ hohen Zeit- und Kostenfaktor steht der Mehrwert des Kurses gegenüber, da dieser langfristig eingesetzt und flexibel erweitert werden kann.

Positionierung des Lehrangebots

Der Kurs „Future-proof your classroom – teaching skills 2030“ (im Weiteren: Teaching2030) richtet sich an Lehrende im tertiären Bildungssektor mit dem Ziel, digitale Kernkompetenzen systematisch und ganzheitlich zu vermitteln. Teaching2030 geht dabei auf die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Lehre ein und stärkt die Handlungskompetenzen von Lehrenden in diesem Bereich. Der Kurs vermittelt generische Methoden, Werkzeuge und Kompetenzen und ist daher auf eine breite interdisziplinäre Anwendung ausgerichtet. Zugleich stellen Studierende auf allen drei Studienzyklen sowie in der akademischen Weiterbildung eine wichtige Zielgruppe dar. Die im „Engagement in der Lehre“ beschriebenen Lehrveranstaltungen finden im Bachelorstudiengang „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ (1. bis 3. Sem.), im Masterstudiengang „Human Resource Management und Arbeitsrecht MOEL" (1. Sem.) sowie im Masterstudiengang „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ (1. bis 4. Sem.) statt.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.