"City & Traffic" - Internationales Praktikum der Verkehrsplanung

Umgesetztes Projekt

Ziele

Ein wesentliches Ziel des internationalen Praktikums "City & Traffic" ist nach wie vor dasselbe, wie ursprünglich bei seiner allerersten Abhaltung 1996, damals noch als "Seminar für Verkehr und Städtebau":

* Im Rahmen der Lehre verkehrsaffinen Studierenden UND Lehrenden die Möglichkeit zum Knüpfen internationaler Kontakte zu bieten und so

* über den eigenen national-kulturellen "Tellerrand" hinauszublicken.

Für Studierende UND Lehrende stehen aber inzwischen weitere Ziele im Vordergrund: Die extrem praxisnahe Vermittlung

* der Vielfalt der Ansprüche verschiedenster NutzerInnenguppen an eine Straßenanlage;

* der Vielfalt möglicher Verbesserungsansätze, je nach

- Ausmaß der Berücksichtigung der Ansprüche der Nutzergruppen sowie

- Planungsphilosophien, die sich oft schon innerhalb eines Landes unterschiedlich zeigen (können), viel mehr aber noch zwischen verschiedenen Ländern, in der Ausbildung ebenso wie in der Anwendung,

- Umsetzungshemmnissen in der "realen Welt" aufgrund von Restriktionen in den Rahmenbedingungen der lokalen Verkehrsverantwortlichen;

* der Anforderungen, die sich aus länderübergreifender, ergebnisorientierter Teamarbeit in einem klar definierten Zeitrahmen ergeben.

Das Praktikum wird als "International Student Workshop" Jahr für Jahr abgehalten, inzwischen 24-mal ohne Unterbrechung. Die Anzahl der teilnehmenden Ländergruppen ist von anfangs 3 bis 4 (mit rund 25 TeilnehmerInnen) auf regelmäßig 7 bis 9 (mit 40 bis 50 TeilnehmerInnen) in den letzten 20 Jahren gewachsen. Über all die Jahre war eine gastgebende Institution motiviert, den enormen organisatorischen (und finanziellen) Aufwand auf sich zu nehmen, um allen TeilnehmerInnen eine Woche lang das Erreichen ebendieser oben genannten Ziele zu ermöglichen.

 

 

 

Kurzzusammenfassung

Das internationale Praktikum "City & Traffic" wurde erstmalig 1996 (damals als "Seminar für Verkehr und Städtebau") an der FH Erfurt durchgeführt. Seither fand es 24-mal jedes Jahr statt. Dabei werden je eine Woche lang im Juli Verbesserungsvorschläge für reale Bereiche mit konkreten verkehrlichen Problemen entwickelt, die zuvor von der Gastgeberstadt definiert wurden. Aus ursprünglich 3 bis 4, inzwischen 7 bis 9 verschiedenen Ländern nehmen jährlich bis zu 50 verkehrsaffine Studierende und Lehrende teil - insgesamt bisher rund 1.000. Die Arbeitssprache (ursprünglich Deutsch) ist Englisch. Gearbeitet wird in international durchmischten Kleingruppen. Es sind Poster mit einer Situations- bzw. Mängelanalyse, Verbesserungsvarianten sowie einer Evaluation "teilmanuell" herzustellen. Die Gruppenergebnisse werden dem Plenum wie auch lokalen Entscheidungsträgern bei einer Abschlusspräsentation vorgestellt und kritisch diskutiert. Den Studierenden, Lehrenden wie auch Entscheidungsträgern wird so die Bedeutung einer menschenverträglichen und sicheren Straßenraumgestaltung ebenso unmittelbar nahegebracht wie die Herausforderungen bei ihrer Umsetzung.

Die intensiv gemeinsam verbrachte Arbeitswoche schafft optimale Bedingungen für ein interdisziplinäres und interkulturelles Peer-Learning zwischen den Studierenden UND zwischen den Lehrenden. Zudem fördert die gemeinsame Unterbringung aller TeilnehmerInnen einen internationalen Austausch, der weit über das rein Fachliche hinausgeht.

Summary

The international workshop "City & Traffic" was first held in 1996 (at that time as "Seminar for Traffic and Urban Development") at the University of Applied Sciences Erfurt. Since then it has taken place every year, 24 times. For one week in July, suggestions for improvement are developed for real areas with tangible traffic problems, which have been previously defined by the host city. Up to 50 students and lecturers with an affinity for traffic take part every year from originally 3 to 4, now 7 to 9 different countries - a total of around 1,000 persons so far. The working language (originally German) is English. Work is carried out in small groups with an international mix. Posters are to be produced in a "semi-manual" way, providing an analysis of the situation and its deficiencies, variants for improvement and an evaluation. The group results are presented to the plenum as well as to local decision-makers in a final presentation, and are critically discussed. Students, teachers and decision-makers are thus directly informed about the importance of safe and humane friendly road design, and the challenges of its implementation as well.

The intensive week of common working creates optimal conditions for interdisciplinary and intercultural peer learning between students AND between teachers. In addition, the joint accommodation of all participants promotes an international exchange that goes far beyond the purely professional issues.

Nähere Beschreibung

Das internationale Praktikum "City and Traffic" (C&T) ist, was die europäische Integration in puncto universitärer Lehre im Mobilitätsbereich betrifft, als StudentInnenworkshop mit großer Sicherheit einzigartig in Europa - aufgrund seines Umfangs, der langjährigen Tradition, vor allem aber auch wegen des extrem praxisnahen und kooperativen Ausbildungskonzepts. Die Veranstaltung stellt eine hervorragende Plattform für den internationalen Erfahrungs- und Ideenaustausch für Studierende UND Lehrende in der Mobilitäts- und Verkehrsplanung dar. Zudem entstehen internationale Kontakte, welche, wie die Erfahrung zeigt, sowohl zwischen Studierenden wie auch zwischen Lehrenden über viele Jahre hinweg erhalten bleiben.

(1.) Idee und Geschichte

Ursprünglich als "Seminar für Verkehr und Städtebau", mit einer noch recht überschaubaren Anzahl von Studierenden und Lehrenden aus drei Ländern, wurde es erstmalig 1996 in Erfurt in Deutschland durchgeführt. Die Intention war es, bestehende Kontakte aus den früheren "Oststaaten" auch nach der Neuformation Europas aufrecht zu erhalten bzw. neu zu beleben. Bei der damals vereinbarten Wiederholung der Veranstaltung 1997 war als viertes Land auch Österreich mit einem Team der BOKU vertreten. 1998 droht das ganze wieder "einzuschlafen", wurde jedoch in kleinem Rahmen von den KollegInnen aus Ungarn "am Leben" erhalten - für die Teilnahme Österreichs kam die Einladung leider zu kurzfristig. Dafür wurde es - gleichsam als "Gegenleistung" - 1999 erstmals in Österreich (vom Antragsteller) organisiert und abgehalten, wobei auch ein Team aus Spanien teilnahm. Schon damals deutete ein Artikel mit dem Titel "Verkehrslösung für Stadt als Uni-Projekt" in der Tageszeitung Kurier an, dass es sich um "etwas Besonderes" handeln könnte.

Die Wurzel zum "endgültigen Gedeihen" des Praktikums war seine zweite Abhaltung in Erfurt im Jahr 2000, wo es mit über 50 TeilnehmerInnen auf Teams aus 9 Ländern erweitert wurde.

Das Zusammentreffen - inzwischen als "International Student Workshop City and Traffic" bezeichnet - fand bisher 24-mal in 12 verschiedenen Städten in 9 europäischen Ländern statt. Insgesamt nahmen rund 1.000 Studierende daran teil, davon über 100 aus Österreich (bzw. aus drei Studienrichtungen der BOKU). Ein BOKU-Team - bestehend i.d.R. aus 5 Studierenden und einem Lehrenden (= immer dem Antragsteller) nahm bisher 22-mal teil. 3-mal wurde der Workshop in Österreich abgehalten (sh. nachfolgende Tabelle).

Angemerkt sei, dass - als Inskribierte an den beteiligten Ausbildungsstätten und daher nicht separat angeführt - auch zahlreiche StudentInnen aus Ländern in Afrika, dem arabischen Raum, Asien, Süd- und Nordamerika teilgenommen haben.

 

D*__SK__H___A___E__SYR_PL__RUS_LIT_CZ__SLO_D**_SRB__WORKSHOP_C&T_IN

X___X___X____________________________________________1_D_Erfurt_1996

X___X___X___X________________________________________2_SK_Modra_1997

X___X___X____________________________________________3_H_Györ_1998

X___X___X___X___X____________________________________4_A_Klosterneuburg_1999

X___X___X___X___X___X___X___X___X____________________5_D_Erfurt_2000

X___X___X___X___________X_______X___X___X____________6_SK_B._Stiavnica_2001

X___X___X___X___________X_______X___X___X____________7_H_Györ_2002

X___X___X___X___X_______X_______X___X___X____________8_PL_Kraków_2003

X___X___X___X___________X_______X___X___X____________9_SLO_Maribor_2010

X___X___X___X___________X_______X___X___X___________10_LIT_Vilnius_2005

X___X___X___X___________X_______X_______X___________11_H_Györ_2006

X___X___X___X___________X_______X___X___X___________12_A_Tulln_2007

X___X___X___X_______X___X_______X___X___X___________13_D_Erfurt_2008

X___X___X___X___________X___________X___X___________14_CZ_Decin_2009

____X___X___X___________X_______X___X___X___________15_SLO_Maribor_2010

____X___X___X___________X_______X___X___X___X___X___16_PL_Kraków_2011

________X___X___________X_______X___X___X___X_______17_LIT_Vilnius_2012

____X___X___X___________X___________X___X___X___X___18_SK_Malacky_2013

____X___X___X___________X_______X___X___X___X___X___19_H_Györ_2014

____X___X___X___________X_______X___X___X___X___X___20_D_Weimar_2015

____X___X___X___________________X___X___X___X___X___21_CZ_Decin_2016

____X___X___X___________X_______X___X___X___X___X___22_SRB_Beograd_2017

____X___X___X___________X_______X___X___X___X___X___23_A_Tulln_2018

____X___X___X___________X_______X___X___X___X___X___24_PL_Kraków_2019

14_23__24__22__3___2___19__1___18__18__19___9___8___TEILNAHMEN MIT TEAM

_3__3___4___3___________3_______2___2___2___1___1___ALS ORGANISATOR

*Erfurt **Weimar

 

(2.) Ablauf

Jeweils für eine Woche lang im Juli versammeln sich rund 40 bis 50 verkehrsaffine Studierende und Lehrende aus den Fachbereichen der Verkehrsplanung bzw. der Straßenraumgestaltung oder auch der Landschafts-, Raum- oder Stadtplanung aus (seit 2000) 7 bis 9 verschiedenen Ländern. Gemeinsam werden in der jeweiligen Gastgeberstadt für Bereiche mit konkreten verkehrlichen Problemen Verbesserungsvorschläge entwickelt. Dabei handelt es sich um örtlich definierte Plätze, Straßenzüge, kleinere Stadtteile oder auch Radverkehrsanlagen, für welche zuvor in Zusammenarbeit mit lokalen Entscheidungsträgern (z.B. VertreterInnen der städtischen Verkehrsverwaltungen) die konkreten Aufgabenstellungen festgelegt wurden. Aspekte der nachhaltigen Verkehrsplanung, insbesondere die sichere wie auch attraktive Führung des Fuß- und Radverkehrs, die barrierefreie Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs und die Verkehrssicherheit, stellen die zentralen fachlichen Schwerpunkte dar. Aber auch das Ortsbild bzw. städtebauliche Aspekte gilt es zu beachten.

Die Arbeit erfolgt in (bewusst!) international durchmischten Kleingruppen zu 5 bis 6 Studierenden, betreut durch ein oder zwei Lehrende. Jede Gruppe erhält ihre eigene Aufgabenstellung. D.h., es wird nicht in Konkurrenz zwischen den Gruppen gearbeitet, sondern die Kongruenz gefördert, z.B. im Sinne der gegenseitigen Rücksichtnahme auf die Ideen anderer Gruppen an den Nahtstellen zu deren Aufgabengebieten. Das Ziel der Arbeiten ist die Herstellung von Postern. Zu erarbeiten sind die Situations- bzw. Mängelanalyse, meist zwei Verbesserungsvarianten (z.B. "Low cost" und "High cost variant") sowie eine Evaluation (i.d.R. der Vergleich der "Current situation" mit "Variant 1 and 2" als Wirkungsanalyse).

Die von den Studierendengruppen gemeinsam mit den Lehrenden entwickelten Verbesserungsvorschläge werden im Plenum bei einer mehrstündigen Abschlusspräsentation erläutert und zur Diskussion gestellt. Hier erfolgt eine kritische Evaluierung der Lösungsvorschläge hinsichtlich ihres Umsetzungspotenzials wie auch allfälliger Umsetzungshemmnisse. Da immer auch VertreterInnen der lokalen Verkehrsplanung zugegen sind, ist hierbei eine Praxisnähe gewährleistet, wie sie auf universitärer Ebene sonst nur schwer zu finden ist. Gleichzeitig eröffnet dies den lokalen Verkehrsverantwortlichen einen direkten Einblick in verschiedene internationale Gestaltungsphilosophien städtischer Verkehrsanlagen. So flossen bereits eine Reihe der Verbesserungsideen in reale Umsetzungen ein.

Eine nette Zeremonie mit Überreichung der individuellen "Certificates of participation" bildet den "offiziellen" Abschluss des Workshops, das "inoffizielle" Ende findet als "Social event", z.B. als Grillparty, am letzten gemeinsamen Abend statt.

 

(3.) Besonderheiten

(3.1) Organisatorisches / Finanzierung

Die Organisation des Praktikums stellt für die jeweiligen Veranstalter einen enormen Aufwand dar. Beispielsweise waren z.B. für C&T in Tulln 2018 für die Vorbereitung (beginnend im Nov. 2017), die Abwicklung im Juli 2018 sowie die anschließende Herstellung der Dokumentation (sh. Punkt 3.4) über 500 Personenstunden allein von MitarbeiterInnen des Instituts für Verkehrswesen erforderlich. Auch Personal der Stadtgemeinde Tulln waren intensiv beschäftigt, z.B. mit der genauen Definition der (damals 7) Aufgabenstellungen, der Herstellung dutzender großformatiger Kartenplots als Basis für die Posterherstellung sowie zahlreichen organisatorischen Details vor Ort. So wurden extra für die Veranstaltung 16 "Fundfahrräder" verkehrstauglich gemacht, mit denen die Studierenden eine Woche lang fahren konnten.

Die Unterbringung und Verpflegung (Frühstück + Mittagessen) von rund 50 Personen, zur Verfügung gestellte Arbeitsutensilien oder die Miete von Arbeitsräumlichkeiten, Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel, das Rahmenprogramm (z.B. Museumstickets oder das abschließende "Social event") oder der Druck der Dokumentation kosten Geld. Für z.B. C&T Tulln 2018 waren Rechnungen über insgesamt 9.500 Euro zu begleichen. Dennoch ist es den Organisatoren aller 24 bisherigen Veranstaltungen gelungen, nie Gebühren von den Studierenden zu verlangen, was vielen von ihnen die Teilnahme überhaupt erst ermöglichte. Für C&T Tulln 2018 beispielsweise war es dem Antragsteller bereits im Vorfeld gelungen, die erforderlichen Gelder persönlich von insgesamt 13 Institutionen einzuwerben, darunter Studienvertretungen und ein Absolventenverband der BOKU, private Ingenieurbüros, eine Landesverwaltung und ein Ministerium, wofür ein nicht unerheblicher Teil des oben genannten Zeitaufwands notwendig war.

(3.2) Internationalität / Interkulturellität / Interdisziplinarität

Autogrammspiel:

Die Studierenden sind international und stammen aus durchaus unterschiedlichen Kulturkreisen. Um sie auch abseits der gemeinsamen Gruppenarbeit vom ersten Tag an zur gegenseitigen Kontaktaufnahme zu motivieren, wurde schon bei C&T Tulln 2007 (und oftmals danach) folgendes "Autogrammspiel" abgehalten:

Bei diesem Kennenlern-Spiel können während der gesamten gemeinsamen Woche auf einem anfangs ausgeteilten Blatt Autogramme von anderen C&T-TeilnehmerInnen gesammelt werden, welche vorgegebene Eigenschaften oder Fähigkeiten besitzen (z.B. <Ich habe dieselbe Augenfarbe wie du.>, <Ich kann auf meinen Händen gehen.>, <Ich kann meine Nasenspitze mit der Zunge berühren.>, <Ich schaffe 25 Liegestütze (am Stück).> oder <Ich singe gern und gut.>). Auf dem Blatt dürfen nicht mehrere Autogramme derselben Person sein und natürlich darf man nicht bei sich selbst unterschreiben. Für die SiegerInnen des Spiels gibt es am Ende der Woche kleine Preise, wobei die Unterschreibenden zuvor ihre Aussagen selbstverständlich coram publico zur Erheiterung aller unter Beweis stellen müssen.

Peer-learning:

Sowohl die fachlichen Ausbildungsrichtungen (z.B. Verkehrs-, Landschafts- oder Raumplanung) der Studierenden sind interdisziplinär als auch das Ausbildungsniveau (z.B. Bachelor- versus Masterlevel) ist recht unterschiedlich. Hier fördert die gemeinsame Arbeit an den Postern in international durchmischten Kleingruppen gezielt das Peer-Learning zwischen den Studierenden. Durch den erforderlichen Austausch zwischen den Gruppen sowie die Abschlusspräsentation kommt es jedoch auch zu einem intensiven Peer-Learning-Prozess zwischen den Lehrenden, beispielsweise was die "Wertigkeit" des Radverkehrs betrifft, welche in D oder Ö eine andere (deutlich höhere) ist als z.B. in Serbien. Gleichzeitig werden in der intensiv genutzten gemeinsamen Zeit immer wieder auch Maßnahmen diskutiert, die es in Österreich (noch) nicht gibt, die sich aber in anderen Ländern bewährt haben (z.B. Sharrows).

(3.3) Didatktisches

Ein einziges Mal in der C&T-Geschichte (Maribor 2004) war es den Gruppen freigestellt, die Poster elektronisch auf CAD zu fabrizieren. Dabei zeigten sich drei wesentliche Nachteile: (i) inhaltlich waren die Ergebnisse zu "detailverliebt", kleinste Ausschnitte aus dem Aufgabengebiet wurden - auf Kosten der Gesamtübersicht - in viel zu genauem Maßstab "geplant", (ii) es kam zum organisatorischen Engpass, als vor der Abschlusspräsentation alle betreffenden Gruppen nahezu zeitgleich ihre Poster geplottet haben wollten - eine Fehlerkorrektur war nicht mehr möglich, und (iii) es arbeiteten stets nur wenige Gruppenmitglieder am Computer, während die anderen nicht recht wussten, was sie tun sollten.

Aus didaktischer Sicht wurde seitdem an der kooperativen Arbeitsmethode der "teilmanuellen" Posterherstellung festgehalten, da alle Studierenden hier - je nach ihren fachlichen Kompetenzen und kreativen Fähigkeiten - optimal mitwirken können.

(3.4) Dokumentation

Von den Veranstaltern wird nach jedem Praktikum eine Dokumentation verfasst. Im Fall von C&T Tulln 2018 waren dies sogar zwei (sh. Link): eine zweisprachig in Deutsch und Englisch, als Download und als Papierdruck verfügbar, sowie eine rein deutschsprachige als barrierefreier Download, um auch die Inklusion von Menschen mit Sehbeeinträchtigung zu ermöglichen.

(4.) Ausblick

Die Abhaltung des 25. "International Student Workshop City & Traffic" im Jahr 2020 haben die KollegInnen der Universität Maribor übernommen; die organisatorischen Vorarbeiten laufen bereits. Für C&T 2021 haben bereits im Vorjahr die KollegInnen der Technischen Universität in Vilnius ihre Bereitschaft signalisiert.

 

 

 

 

 

 

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Die Übertragbarkeit des Projektkonzepts auf andere Fachbereiche mit Praxisbezug ist grundsätzlich gegeben. Es braucht allerdings AkteurInnen, die - wie seinerzeit 1996 der C&T-Initiator an der FH-Erfurt - bereit sind, ein erstes "internationales Seminar" in ihrem Bereich einzuberufen und sofort bei diesem jemanden für die Organisation einer nächsten Abhaltung zu motivieren.

Der Weiterbestand von C&T ist vorläufig gesichert: 2020 wird es in Maribor stattfinden und 2021 voraussichtlich in Vilnius. Die kooperative Arbeitsmethode der "teilmanuellen" Posterherstellung wird, wegen der überaus guten Erfahrungen damit, beibehalten. Ihre sukzessive Weiterentwicklung ergibt sich allein schon durch die stetig besser werdenden digitalen Möglichkeiten (Fotografie per Handy, Verfügbarkeit / Verwendbarkeit des Internet u.dgl.).

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Die Akzeptanz des Projekts seitens des Antragstellers ist - trotz des Jahr für Jahr großen damit verbundenen Aufwands - auch nach 22 Teilnahmen nach wie vor extrem hoch. Dies auch, weil die Teilnahme aller BOKU-Studierenden bisher mit bestem Gewissen mit "Sehr Gut" beurteilt werden konnte.

 

Auf eine elektronische Standardevaluierung durch die BOKU-Studierenden wird, aufgrund ihrer streng auf jährlich 4 bis 5 limitierten Anzahl sowie des ohnehin intensiven Kontakts mit ihnen während der gemeinsamen Woche, seit jeher verzichtet.

Auf ein kleines Rundschreiben per E-Mail kamen 18 Rückmeldungen früherer C&T-TeilnehmerInnen. Beispielhaft sind nachfolgend die Kürzeste und die Längste davon angeführt:

 

Gudrun Lantzberg (vorm. Mair) (KTWW, Teilnahme Györ 2002):

Wenn eine LV dafür eingereicht wird, dann kann es nur diese sein! Ich habe unheimlich viel für die berufliche Praxis (und fürs Leben) gelernt.

 

Maria-Cristina Dudas (LAP - ERASMUS, Teilnahme Erfurt 2008):

Why I consider the course might be considered to be awarded:

* because, apart from the name (which allows readers to understand what it intends to be), the real contact with the people involved - students, professors and all the others met with this occasion - is surprising and inspiring; I usually say that I try not to create preconceived ideas about people, places, or different situations and that I like to let myself surprised; with this workshop I was pleasantly surprised.

* it was extremely well organized; even more, from my point of view, the organizers were very well integrated in all the group activities and were one of the most active in creating the good spirits.

* I am not sure what was the plan the organizers made initially, but from my point of view, everything went perfect; I didn't have to worry about anything (like accomodation, food, transport) and the program was very diverse and adaptable; I like the attitude in which there are no failures, just things that go different than planned theoretically and PEOPLE that can adjust to the new REAL situations and give the best of them> I found that in Erfurt and in the people I have met there.

* the period of time chosen (one week) is perfect: not too short (we had time to work and also to do some sightseing and even a trip!, to socialize, share traditions, rest a bit, go out and... in the end celebrate :-P) and not too long (maybe some of the participants had other issues to attend at one point or maybe there is a chance to get bored after spending too much time in one place with the same people).

* the idea of bringing together people from different places and with different backgrounds and providing them an issue, to expose their knowledge and experience for solving it, is just brilliant; besides this, the parts that will not remain written on paper or saved on CD-s, all the small talks between some of us, sharing thoughts and ideas, jokes maybe, language tips, stories about our countries... will always be "saved" in our memories as a part that formed us as humans of this big and still small world; in my case, I should say I got to improve my English and also found out more about German and other languages.

* one aspect that should also be considered is that we were all (so many) of so many specializations and the workshop was a good exercise of communication and collaboration in a direction that should only have a good and balanced result; it should be noted, that the subject (Transport Planning) is one that is interdisciplinary and this makes it crucial that the parts involved can co-operate.

* this workshop didn't only mean our stay (and work :P) at Erfurt, for me it also mattered the voyage to and from Erfurt, together with all the moments that followed it; I must admit it was all new for me in the beginning and haven't met before any of the participating students or professors, just Wolfgang two or three times... but I was very glad I was accepted and wanted to get involved with open heart; I consider this moment in time as a start for "a beautiful friendship" (as some would say).

Maybe there would be much more to add (even though I know my mail already looks like a novel :P) and I will send some more thoughts when/if I put them down.

Positionierung des Lehrangebots

Das Projekt ist als Lehrveranstaltung Nr. 856027 "Internationales Praktikum der Verkehrsplanung (in Eng.)" (Typ PR mit 2 SSt. bzw. 3 ECTS-Punkte) an der BOKU Wien, aufgrund der strikt limitierten Zahl an jährlichen Plätzen, als freies Wahlfach bewusst keinem Studium explizit zugeordnet. Für die Teilnahme wird ein besonderes Interesse an der / eine vertiefte Ausbildung in der Fachdisziplin "Verkehr" vorausgesetzt, es ist daher ausschließlich von Masterstudierenden der Studienrichtungen Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur sowie Umwelt- und Bioressourcenmanagement besucht. An den Universitäten und Fachhochschulen der anderen teilnehmenden Länder ist es unterschiedlich: Es findet sich als Lehrveranstaltung sowohl in Bachelor- als auch Masterprogrammen verschiedener Studienrichtungen. In Einzelfällen bringt die Teilnahme keine für ein Studium anrechenbare ECTS-Punkte.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.