Design Wild Week

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Austrian Design Wild Week hat das Ziel die Vernetzung der Studierenden und Lehrenden von Designstudiengängen in Österreich zu ermöglichen und zu verbessern. Im Rahmen einer österreichweiten Projektwoche für Designstudiengänge konnten 121 Studierende Kurse an einer anderen Hochschule belegen. Auf diesem Weg soll ein aktiver Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie der Aufbau von Netzwerken zwischen den Designstudiengängen ermöglicht werden. In weiterer Folge wird damit der Designstandort Österreich sowie das Potential innerhalb des Landes gefördert werden.

Kurzzusammenfassung

Die Austrian Design Wild Week bietet eine Woche lang Studierenden die Möglichkeit Kurse an einer anderen Hochschule zu belegen. In einer gemeinsamen Projektwoche Anfang Mai können Studierende aus Designstudiengängen an andere Hochschule wechseln. Die Projektwoche ist eine Initiative der Designstudiengänge österreichischer Universitäten und Fachhochschulen. Auf diesem Wege tauschen sich nicht nur Studierende zwischen Hochschulen aus. So gab es auch einen Wechsel innerhalb einzelner Städte oder innerhalb von Hochschulen zwischen verschiedenen Studiengängen bzw. zwischen Bachelor und Master. Ziel der Wild Week ist ein schneller und effizienter Erfahrungs- und Wissensaustausch. Zudem soll das Bewusstsein für die Qualität der Designausbildung in Österreich gestärkt werden. Mit dem gemeinsamen Austausch soll das Potential der Studierenden sowie schneller Wissenstransfer gefördert und öffentlich gemacht werden.

Summary

The Austrian Design Wild Week offers students the opportunity to take courses at another university for a week. In a joint project week at the beginning of May, students from design courses can switch to another university. The project week is an initiative of the design courses at Austrian universities and universities of applied sciences. In this way, not only students exchange information between universities. So there was also a change within individual cities or within universities between different courses or between Bachelor and Master. Wild Week aims to exchange experiences and knowledge quickly and efficiently. In addition, awareness of the quality of design education in Austria should be increased. The aim of the joint exchange is to promote and publicize the potential of the students and the rapid transfer of knowledge.

Nähere Beschreibung

Die Austrian Design Wild Week hat das Ziel die Vernetzung der Studierenden und Lehrenden von Designstudiengängen in Österreich zu ermöglichen und zu verbessern. Aufbauend auf dem etablierten Konzept einer Wild Week (FH St. Pölten) wurde eine österreichweite Woche für Designstudiengänge eingeführt. In einer vorab festgelegten Projektwoche können Studierende Kurse an einer anderen Hochschule im Designbereich belegen. Es nahmen 2019 mehrere Studiengänge von neuen Hochschulen (Fachhochschulen und Universitäten) teil, insgesamt beteiligten sich landesweit 121 Studierende.

Studierenden und Lehrenden soll auf diesem Weg ein direkter Erfahrungs- und Wissensaustausch ermöglicht werden. Auf diese Wiese sollen sich bewährte best-practice Konzepte in verschiedenen Formen von Unterrichtsformaten, Workshops oder Lernmethoden schneller weitergereicht werden. Auch Lehrende können in dieser Zeit neue Einblick in Hochschulen mit anderen Forschungspraxen und -hintergründen erhalten. Die Interdisziplinarität der Studierenden verstärkt darüber hinaus die Kompetenzen voneinander und miteinander zu lernen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Österreich zeichnet sich durch eine hohe Qualität im Designbereich aus. Dieser Wettbewerbsfaktor stellt einen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Wert für das Land dar und wird daher auch vom Bundesministerium (Digitalisierung und Wirtschaftsstandort) gefördert. Darauf aufbauend soll die Austrian Design Wild Week österreichweit das Bewusstsein für die hohe Qualität erhöhen und dazu beitragen sich gemeinsam als Marke zu präsentieren. Die gemeinsame Verbundenheit sowie die Realisierung des Potentials voneinander zu lernen stehen im Vordergrund. Die Wild Week soll dazu beitragen, dass ich positive Ideen und Konzepte auf schnelle und effiziente Weise unter Studierenden und Lehrenden verbreiten können.

Mehrwert

Der Mehrwert des Projekts liegt darin die Vernetzung der Studierenden und Lehrenden zu ermöglichen, d.h. den Wissensaustausch im Sinne von etablierten Methoden und Konzepten zu verbessern. In weiterern Folge kann sich daraus eine Sammlung an etablierten und zugänglichen best-practice Forschungstmethoden, Lehrformaten und -inhalten entwickeln. Die niedrigschwellige Organisation soll zudem einen schnelle und effektiven Austausch garantieren. Zudem wird darauf geachtet, dass sich kein Verwaltungs- oder Planungsaufwand für die Studiengänge entwickelt, da die Studierenden in den Studienalltag innerhalb der Projektwoche eingebunden werden. Ein weiterer Wert besteht darin, das Ansehen und das Potential des Designstandorts Österreich für die Öffentlichkeit stärker zu publizieren.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Das Konzept lässt sich auf anderen Fachbereich übertragen, wenn es möglich ist die jeweiligen Lehrinhalte innerhalb einer einwöchigen Veranstaltung zu organisieren. Je nach Fachbereich oder Studiengang sollte für eine Adaption überlegt werden, wie Studierende und Lehrende am besten davon profitieren können. Besonders ein Workshop oder Hackathon Format sowie Projektwochen zu Methoden könnte für eine Vielzahl von Studiengängen und verschiedenen Fachbereichen relevant sein. Dies könnte beispielsweise kombiniert werden mit der Vorbereitung von Forschungsplakaten (research poster), wenn man beispielsweise die Hochschule wechselt und dort seine aktuelle Semesterarbeit oder Bachelor/Masterarbeit vorstellt, um neue Perspektiven im Hinblick auf das Forschungsvorhaben zu bekommen.

 

Das Konzept hat eine sehr gute Resonanz erziehlt. Die Design Wild Week wird weiterentwickelt, indem mehrere Designstudiengänge frühzeitig die Projektwoche absprechen. Zudem werden die Angebote für die Studierenden vereinheitlicht, d.h. die Modalitäten an den Gasthochschulen werden gleichmäßiger. Im nächsten Schritt ist geplant auch Lehrende vermehrt einzubinden, um auch auf dieser Ebene Austausch und Vernetzung zu fördern. So könnten Lehrende an Kursen an anderen Hochschulen teilnehmen und sich dort methodisch und inhaltlich auch im Workshop Format weiterbilden. Langfristiges Ziel ist es ein formales und informelles Netzwerk aus Studierenden und Lehrenden im Designbereich aufzubauen, das niedrigschwellig (bottom-up) einen effizienten Austausch von bewährten Methoden und Wissenselementen ermöglicht.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Bereits innerhalb der ersten 30 Minuten waren der Großteil der freien Plätze der Wild Week durch die große Nachfrage vergeben. Insgesamt nahmen 121 Studierende teil (72% Frauen / 28% Männer). Auf der Warteliste standen weitere 49 Personen. Nach der Design Wild Week wurde eine offene Umfrage unter den beteiligten Studierenden durchgeführt. Die Rückmeldungen der Studierenden sind sehr positiv ausgefallen. Der Einblick in andere Hochschulen und Studiengänge begeisterte die Studierenden. Besonders der Umgang mit anderen Lehrinhalten (Fachgebiete) oder nicht gewohnten Unterrichtsmethoden (Workshops) stellten laut eigener Aussage eine große Bereicherung dar. Ebenso schätzen sehr viele den Austausch der Studierenden untereinander, der einen Wissensaustausch ermöglichte. Als Optimierungspotential wurde eine frühere Anmeldungszeit (mehr als 3 Wochen) genannt, ebenso wie der Wunsch nach mehr freien Plätzen. Seitens der Studiengänge sind die Rückmeldungen ebenfalls positiv und es steht der Wunsch offen, das Projekt fortzuführen. Für die erste Durchführung ist es mit Sicherheit ein gemeinsamer Erfolg der österreichischen Designstudiengänge und Hochschulen gewesen, was sich auch an der Teilnehmerzahl ablesen lässt.

Aufwand

Das Projekt ist als MVP (minimum-viable-product) gedacht und greift daher auf etablierte Konzepte und Verfahren zurück. Zur zentralen Organisation der Informationen werden online geteilte Google-Sheets genutzt, die von den jeweiligen Studiengängen und Lehrenden selbst ausgefüllt werden. Daneben steht eine Webseite als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung ( designwildweek.at ). Um eine faire und machbare Organisation der Kurse zu ermöglichen wurde auf das für kostenlose System Pretix ( pretix.eu ) genutzt. Um Datenschutz zu gewährleisten, wurde es auf einem Rechner der österr. Hochschulen installiert. Aufwand besteht in der Kontrolle und dem Lektorat der Kursangebote. Ebenfalls müssen die Anmeldungen der Studierenden auf Dopplungen hin überprüft werden. Im zweiten Schritt müssen die jeweiligen Lehrenden bzw. die Studiengänge die Studierenden anschreiben und über die jeweiligen lokalen Formalitäten (Empfang, Hilfsmittel, etc.) informieren. Das Projekt wurde so geplant, dass Studierende in die Studienwoche integriert werden, d.h. es wird kein gesondert auf die Wild Week zugeschnittenes Programm angeboten. Die Studierenden können vielmehr in die Praxis und die Lehrveranstaltungen anderen Hochschulen eintauchen und mitmachen. Druckkosten für Namensschilder sowie Plakate wurden von der Organisation designaustria übernommen.

Positionierung des Lehrangebots

Das Angebot richtet sich an alle Studierenden von Design bzw. designorientierten Studiengängen jeden Studienabschnittes im Bachelor, Master oder Diplomstudium.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.