Arbeiten mit/an Notation: Eine Werkstatt zur Verschriftlichung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts (Vorlesung + Seminar/Werkstattcharakter)

Konzept

Ziele

Das Vorlesungsprojekt wurde gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden, die sich im Rahmen eines vom FWF geförderten interuniversitären Forschungsprozesses mit der Theorie der Notation in ihrer operativen Dimension beschäftigen (vgl. Forschungsprojektbeschreibung unter: www.mdw.ac.at/imi/writingmusic/ und www.writingmusic.net ), konzipiert und ausgearbeitet. Die Ausgangsidee beruht somit auf eine Verwicklung von Lehre und Forschung unter Einbezug von Studierende am Anfang ihrer Prae-Doc-Tätigkeit. Die Spezifizität des universitären Settings (Kunstuniversität) ermöglicht aber eine interdisziplinäre Konzeption der LV und richtet sich auch an Studierenden aus anderen Disziplinen und künstlerischen Institute.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Das Lehrveranstaltungsprojekt behandelt verschiedene Momente und Phänomene der Notationsgeschichte der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts aus historischer, analytischer, künstlerischer, didaktischer und aufführungspraktischer Perspektive. Das Thema wird nicht nur in den verschiedenen erwähnten Aspekte, sondern mit einem Werkstattcharakter unter Einbeziehung mehrerer eingeladener Gäste aus der nationalen und internationalen Szenen der zeitgenössischen Musik untersucht werden. In einem ersten Schritt sollen theoretische und historische Zugänge zur Notation des gesagten Zeitraums skizziert werden. Im Weiteren sollen diese Theorien und weitere Fragen, etwa jene nach dem Unterrichten des musikalischen Schreibens (Notieren) in der Kompositionsdidaktik, nach der Rolle des Notierens in der Skizzenarbeit zu einer Komposition, nach den Möglichkeiten der interpretatorischen Arbeit mit normierten und nicht normierten Notationszeichen, mit Gästen (Komponist/innen und Instrumentalist/innen und ihren Studierenden) anhand ihrer künstlerischen Erfahrungen diskutiert werden. Ziel der Lehrveranstaltung ist gemeinsam mit den Teilnehmer/innen (Studierende und Gäste) eine Publikation (ausführlicher Werkstattbericht) vorzubereiten.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The course deals with various moments and phenomena in the history of music notation in the 20th and 21st centuries. These are approached from historic, analytic, artistic, didactic and practical perspectives. The topic will however not only be examined in the above mentioned various aspects, but also in a workshop-like manner with the involvement of several invited guests from the national and internaitonal compositional and performance scenes of contemporary music. In a first step, theoretical and historical approaches to notations of the questioned period will be outlined. Furthermore, these theories and other questions, such as those concerning the teaching of musical writing (notation) in composition didactics, the role of notation in sketching a composition, the possibilities of performance with standardized and non-standardized notation signs, will be discussed with guests (composers and instrumentalists and their students) on the basis of their artistic experiences. The aim of the course is to prepare a publication (a detailed workshop report) together with all the participants (students and guests).

 

Nähere Beschreibung

Das Lehrveranstaltungsprojekt "Arbeiten mit/an Notation: Eine Werkstatt zur Verschriftlichung der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts" hat gerade begonnen und wird mit Ende des Sommesemesters 2019 abgeschlossen sein. Es behandelt aus historischer, analytischer, künstlerischer, didaktischer und aufführungspraktischer Perspektive verschiedene Momente und Phänomene der Notationsgeschichte der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Projekt wurde gemeinsam mit Doktoratsstudierenden, die sich im Rahmen eines vom FWF geförderten Forschungsprozesses mit der Theorie der Notation in ihrer operativen Dimension beschäftigen (Links zum Projekt oben im Feld "Ziele" angegeben), konzipiert und ausgearbeitet. Das Themenfeld der zeitgenössischen Musiknotation soll in der Lehrveranstaltung nicht lediglich in den bereits erwähnten Aspekte als eine musikwissenschaftliche Methodenperspektive behandelt, sondern mit Werkstattcharakter unter Einbeziehung mehrerer eingeladener Gäste aus der nationalen und internationalen Kunstszene untersucht werden. Dabei werden sich die Teilnehmer/innen der Lehrveranstaltung auch mit Methoden und Konzepten des "Artistic Research" vertraut machen. Um die Bedürfnisse der Studierenden zu berücksichtigen, wurde die Lehrveranstaltung als Blocklehrveranstaltung konzipiert. In den ersten zwei Terminen wird der Lehrveranstaltungsleiter einleitend Input zum Thema geben, einige Methoden zur Recherche von themenrelevanter Primär- und Sekundärliteratur vorstellen und schließlich den teilnehmenden Studierenden helfen, sich in Arbeitsgruppen (die für die Dauer der gesamten LV gemeinsam forschen werden) zu organisieren. Die Gruppen werden einerseits zu verschiedenen Themenfeldern Impulsreferate für die anderen Teilnehmer/innen organisieren, einschlägige Literatur vorstellen und Diskussionsthemen für die verschiedenen LV-Sitzungen organiseren. Auch wenn es sich beim Lehrveranstaltungsformat des Projektes um eine Vorlesung handelt, sind die Student/innen gefordert und gefördert aktiv an der Konzeption und Entwicklung der Lehrveranstaltung mitzuwirken. Nachdem gemeinsam theoretische und historische Zugänge zur musikalischen Notation des gesagten Zeitraums skizziert wurden, sollen diese und weitere daraus resultierende Themen (z. B. das Unterrichten des musikalischen Schreibens/Notierens in der Kompositionsdidaktik, die Rolle des Notierens in der Skizzenarbeit zu einer Komposition, die Möglichkeiten der interpretatorischen Arbeit mit normierten und nicht normierten Notationszeichen, usw.) mit Gästen anhand derer künstlerischen Erfahrungen diskutiert und in Werkstattsathmosphäre erprobt werden. Dadurch wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Verbindung von Theorie und praktischer Anwendung des Gelernten gelegt werden. Die eingeladenen Gäste sind alle renomierte Komponist/innen und Interpret/innen der nationalen und internationalen Szenen der zeitgenössischen Musik: Katharina Klement, Simeon Pironkoff, Wolfgang Suppan, Ming Wang, Roland Schueler, Markus Sepperer, Sylvie Lacroix. Um die Zielgruppe dieses Lehrveranstaltungsprojektes zu erweitern, bzw. um die Vernetzungsmöglichkeiten der Studierende weiter zu fördern, wurden die Gäste wiederum eingeladen, einige Studierende zu den jeweiligen Terminen mitzunehmen. Bei diesem Themenaustausch mit Künstler/innen, für die ja teilweise ganz andere Ziele als für Wissenschaftler/innen im Vordergrund stehen, werden wir einerseits im Bereich der forschungsgeleiteten Lehre experimentieren, aber auch Methoden und Inhalte der Artistic Research kennenlernen und anwenden. Ziele sind u. a. ein interdisziplinärer und interinstitutioneller Austausch, der sowohl Studierende verschiedener Universitäten und fachspezifischer Disziplinen (Kunst und Wissenschaft) aber auch Künstler/innen mit einbezieht. Das LV-Konzept ist daher innovativ sowohl in seinen Inhalten als auch in der Art und Weise seiner Durchführung: der didaktische Moment wird nicht hegemonial als Moment des Vermitteln von Inhalte aus der Perspektive einer lehrenden Person verstanden, sondern als Interaktion und offene Dimension, die sowohl die Studierende als auch Gäste aus anderen Wissenskulturen (Kunst) ins Zentrum der Vermittlung und Generierung des Wissens rückt. Ziel der Lehrveranstaltung ist das Ausarbeiten der Themen und Inhalte der Sitzungen in einer gemeinsamen Publikation: die Student/innen werden damit die Möglichkeit haben, durch die Mitarbeit an einer wissenschaftlichen Publikation im Prae-Doc-Stadium, wichtige Methoden und Strategien des wissenschaftlichen Arbeitens und ihren Alltag kennenzulernen.

 

Vorlesungsplan:

1) Di. 05.03.2019, 12.00-13.30

Einleitung zur Lehrveranstaltung und Organisatorisches; Einführung zu wissenschaftlichen Arbeits- und Recherchetechniken (Anleitung zum selbstständigen Recherchieren); historischer Querschnitt zur Geschichte der Notation; Gründung von Arbeitsgruppen und Vorstellung der zu recherchierenden Themenfelder.

 

2) Sa. 23.03.2109, 9.00-13.00

Vorstellung der Resultate der Forschung der Arbeitsgruppen zu verschiedene historische und theoretische Problemfelder der Notation des 20.-21. Jahrhunderts (Besprechung von Themenfeldern aus der wissenschaftlichen und historischen Perspektive). Vorstellung und Diskussion der Sekundärliteratur.

 

3) Sa. 30.03.2109, 9.00-13.00

Problemfelder und Herausforderungen der Notation aus der Sicht von KünstlerInnen, die sowohl als InterpretInnen als auch als KomponistInnen aktiv sind (Gäste: Katharina Klement, Simeon Pironkoff und ev. Studierende der Gäste).

 

4) Sa. 04.05.2019, 9.00-13.00

Problemfelder und Herausforderungen der Notation aus der Sicht von KomponistInnen bzw. KompositionslehrerInnen (Gast: Wolfgang Suppan und ev. Studierende des Gastes).

 

5) Di. 07.05.2019, 11.30-13.30

Notation an der Schnittstelle musikalischer Kulturen (Gast: Ming Wang)

 

6) Di. 28.05.2019, 9.30-13.30

Problemfelder und Herausforderungen der Notation aus der Sicht von InterpretInnen (InstrumentalistInnen) bzw. InstrumentallehrerInnen (Gäste: Roland Schueler, Markus Sepperer, Sylvie Lacroix und ev. Studierende der Gäste).

 

7) Di. 04.06.2019, 12.00-13.30

Endbesprechung: Zusammenfassung und weitere Perspektiven; Organisatorisches.

Positionierung des Lehrangebots

Diplomstudium 2. Abschnitt, Doktorat, Master.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.